Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 609 (sequence 747)
- Language
- German, English, Hebrew
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Levin, Arlosoroff 609 Dr. Ch. Arlosoroft (Palästina, Zionist — hebräisch beginnend) : Herr Vorsitzender, geehrte Versammlung! Wenn ich zu dieser Versammlung als Vertreter der Jüdischen Arbeiter Palästinas spreche, so bedaure ich, dass in dieser Versammlung nicht das Hebräische die herrschende Sprache sein kann. Die Sprache des jüdischen Arbeiters, der jüdischen Siedlung in Palästina ist die hebräische. Es gibt keine Versammlung in Palästina, in der eine andere gesprochen wird. Ich hoffe, dass in kurzer Zeit die hebräische Sprache sich auch in dieser bedeutenden jüdischen Versammlung ihren Platz erobern wird. (Deutsch fortfahrend:) Ich habe die Aufgabe, als der erste unter den Vertretern der palästinensischen Arbeiterbewegung einige Worte an diese neue Versammlung, von dieser neuen Tribüne des Palästinaaufbaus zu sprechen. Ich spreche also im Namen derjenigen, deren Namen Sie alle, meine Herren, so oft erwähnen, im Namen derer, die Sie Chaluzim und Chaluzoth nennen. Dieser Name ist bis in die letzten Winkel der jüdischen Diaspora gelangt. Wir in Palästina sprechen nicht mit so anspruchsvollen Namen, wir sagen einfach: arbeitende Menschen. Es ist schliesslich diese Pionierarbeit, die uns heute hier versammelt hat. Sie sollen wissen, dass das arbeitende Palästina im Laufe der ganzen Jahre, da im jüdischen Volke über die Erweiterung der Jewish Agency diskutiert wurde, sich entschlossen hinter diese Politik der Erweiterung gestellt hat. Manchmal, wenn wir zusammensassen, dort, wo die Chausseen gebaut wurden, in den Zelten unter dem schweren palästinensischen Regen litten, haben wir davon gesprochen, wie es sein wird, wenn diese Versammlung zustande kommt. Manche haben gesagt, dass Gefahren dahinter stecken. Wir aber glauben zu sehr an die Macht des jüdischen Pioniers, an die Macht der jüdischen Arbeit, als dass wir fürchten sollten, neue schöpferische konstruktive Kräfte in den Bereich des jüdischen Palästina einzubeziehen. Wir sind überzeugt, dass sich auch in der Zukunft die Macht der palästinensischen Pionierarbeit erproben wird. Ich will in ganz wenigen Worten sagen, welches nach meiner Auffassung die Grundlage unserer Arbeit sein soll. Wir haben, als man die Verfassung der jüdischen Agency besprach, um gewisse Grundsätze gekämpft, die jetzt Teile der Verfassung bilden. Diese Grundsätze, für die wir stehen, sind nicht einfach ausgeklügelte Doktrinen. In 25 Jahren hat der jüdische Arbeiter diese Grundsätze auf den Feldern und Bergen Palästinas im Kampfe um die Eroberung der palästinensischen Erde ausgekämpft. Wenn wir heute mit der Idee des nationalen Bodenbesitzes auftreten, so geschieht das nicht um irgend einer Theorie willen, sondern aus der Erkenntnis, dass jede Bodenspekulation die Basis unseres ganzen Werkes untergräbt, die einzige Grundlage der jüdischen Arbeit. Wenn wir fordern, dass die Jewish Agency den Grundsatz der jüdischen Arbeit in allen ihren Unternehmungen anwende, so nur darum, weil ohne jüdische