Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 579 (sequence 717)
- Language
- German, English, Hebrew
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Marshall, Einstein, Melchett 579 Führer Weizmann zu überwinden beschieden war. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass der Palästinaaufbau nicht nur eine grosse Aufgabe für alle Juden bedeutet, sondern dass diese Aufgabe auch ein grosses Geschenk bedeutet. Das verdanken wir nicht nur den beiden grossen Führern, sondern auch der tapferen und begeisterten Minorität, welche sich Zionisten nennt. Wir anderen müssen dessen eingedenk sein, dass wir diesen Männern unsere nationale Solidarität zu verdanken haben, und ich glaube, wir sollen dessen auch eingedenk sein, dass sie ein moralisches Recht haben, auch in Zukunft bedeutenden Einfluss auf die Arbeiten, die wir leisten wollen, zu üben. (Immer wieder sich erneuernde, begeisterte Beifallsstürme.) Lord Melchett (England, Zionist — spricht englisch): Als Präsident der englischen zionistischen Föderation bin ich glücklich, an dieser Konstituierung des Council der neuen Jewish Agency teilnehmen zu können, in welcher wir ein Versprechen für eine grössere Zukunft sehen. Wie Sie wissen, wurde die Zionistische Organisation auf Grund des Mandates als Jewish Agency bestellt. Ich gestehe, dass es eine Enttäuschung für mich war. dass wir unter keiner Regierung und keinem High Commissioner all das erhielten, worauf wir Anspruch hatten. Ich sage das offen hier, und ich sage es offen in Palästina, dass das Mandat in dem Sinne, in dem es ursprünglich abgefasst wurde, noch nicht verwirklicht worden ist. Ich hoffe, ich spreche hier nicht nur die Ansichten einer Organisation aus, sondern die Meinung des ganzen Judentums. Ich hoffe, die erweiterte Agency wird einen stärkeren Einfluss üben können, als wir bisher hatten. Sir Herbert Samuel wird es mir hoffentlich nicht übel nehmen, wenn ich sage, dass ich seinen Optimismus in bezug auf d*e politische Lage in Palästina nicht teilen kann. Machen wir uns keine Illusionen: das jüdische nationale Heim hängt von niemand ab als von uns selbst. (Beifall.) Wenn ich endlose Diskussionen zwischen unseren verschiedenen Gruppen von Zionisten und Nichtzionisten sehe, denke ich an unsere vielen Feinde, die sich vergnügt die Hände reiben, wenn wir unsere Kräfte zersplittern. Hoffentlich wird uns die Jewish Agency die nötige Einigkeit bringen. Wir haben hier nicht nur mit der wirtschaftlichen, sondern auch mit einer sehr komplizierten politischen Situation zu tun. Das Land gehört noch nicht uns, auch wenn wir genug Geld und Einwanderer haben. Die Aufgabe ist wohl die schwerste, die je ein Volk vor sich hatte, und nur das jüdische Volk kann sie vollbringen. Und wir werden sie vollbringen. Eine Reihe von Umständen hat uns bis an diesen Punkt gebracht, die weder Herzl noch sonst jemand voraussehen konnte: ein grosser Krieg, mit dem Palästina nichts zu tun hatte und mit dem es nur spät in Berührung kam. Aus dem grossen Krieg ergab sich ein Wunder, die Möglichkeit, Erez Israel wieder zu schaffen. Halten Sie das für einen blossen Zufall? Glauben Sie, dass das