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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 567

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 567 (sequence 705)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476286--7717-3483865
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Weizmann 567 gleich für das Entstehen einer eigenartigen jüdischen Kultur, eines jüdischen Heimatgefühls, das auch für diejenigen Juden, die in andern Ländern leben und deren uneingeschränkte Gleichberechtigung als Bürger dieser Länder unser aller gemeinsame Voraussetzung ist, einen ideellen Wert bedeutet. Meine Damen und Herren! Die Zionistische Organisation hat die politischen Schritte getan, die erforderlich waren, um die Anerkennung der Völker zu erhalten für das jüdische Recht auf eine Heimstätte in Palästina. Aber wir wollten niemals Palästina für die Zionisten, wir wollten Palästina für die Juden. Das lebendig werdende palästinensische Judentum ist kerne Parteisache. Die Balfour-Deklaration richtet sich an die gesamte Judenheit. Es ist nur folgerichtig, wenn wir nunmehr an die jüdischen Gemeinschaften der Welt herangetreten sind, um die Arbeit, deren Maximum niemals von einem beg: enzten Kreis von Juden geleistet werden kann, auf eine breitere Basis zu stellen und die Kräfte des gesamten Judentums systematisch dafür zu mobilisieren. Es gereicht uns zur freudigen Genugtuung, dass unser Ruf ein verständnisvolles Echo gefunden hat, das sich in dieser erlesenen Versammlung heute vor uns manifestiert. Wir haben hier nicht mehr über Theorien zu streiten, sondern vor uns steht die Wirklichkeit der bereits in Entwicklung begriffenen, fortschreitenden jüdischen Siedlung Palästinas. Denn, geehrte Versammlung, die erste Zeit der tastenden Versuche in Palästina liegt bereits hinter uns. In den letzten zehn Jahren sind 100 000 Juden nach Palästina gekommen. Viele der hier Versammelten kennen das Land und die jüdische Arbeit dort aus eigener Anschauung. Sie wissen, mit welcher Liebe und Hingabe die jüdischen Menschen, die als Einwanderer ins Land gekommen sind, dort arbeiten, wie zäh sie an der einmal begonnenen Arbeit festhalten und welch stolzes Gefühl sie beseelt, der Vortrupp einer neuen jüdischen Gemeinschaft zu sein. Es ist aber selbstverständlich, dass die Lösung unserer Aufgabe nicht nur eine Sache des guten Willens ist, sondern auch der wirtschaftlichen Erfahrung, der technischen Fähigkeiten und der zur Verfügung stehenden Machtmittel. Nicht alles, was bei der Kolonisation eines solchen Landes begonnen wurde, kann glücken, aber auch aus individuellen Misserfolgen kann die Gesamtheit nützliche Lehren ziehen. Wir haben eine eingehende Kritik und umfassende Untersuchung der politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten und Notwendigkeiten Palästinas in dem Bericht der Joint Palestine Survey Commission, die auf gemeinsames Ersuchen von Mr. Marshall und mir einen Bericht über Palästina erstattet hat, der als Vorbereitung für die künftige Tätigkeit der Jewish Agency dienen sollte. Wir stehen nach manchen Rückschlägen heute in Palästina am Beginn einer verheissungsvollen Epoche und wir betrachten es als eine Aufgabe der Jewish Agency, Mittel und Wege zu finden, um die Möglichkeiten für eine jüdische Einwanderung und Ansiedlung voll auszunützen. Wir werden im Laufe

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