Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 568 (sequence 706)
- Language
- German, English, Hebrew
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568 1. COUNCIL-SITZUNG: Eröffnungsreden unserer Verhandlungen Gelegenheit haben, auf die Einzelheiten dieser Pläne einzugehen, und wir werden verschiedene Vorschläge diskutieren. Wir glauben, dass im gegenwärtigen Moment die Notwendigkeit besteht, die jüdische Bodenfläche zu vergrössern, wirtschaftliche Positionen zu fundieren und auszubauen und für den jüdischen Arbeiter solche Lebensbedingungen zu schaffen, die eine Fortsetzung der Einwanderung auch mittelloser Elemente sichern. Meine Damen und Herren! Diese Versammlung hat eine eigenartige Zusammensetzung. Sie besteht zu fünfzig Prozent aus Delegierten verschiedener jüdischer Gruppen, die nicht der Zionistischen Organisation angehören, jedoch gewillt sind, künftig an den Funktionen der Jewish Agency gemäss Artikel 4 des Mandates teilzunehmen, und zu fünfzig Prozent aus Delegierten der Zionistischen Organisation. Unsere Hauptaufgabe ist es, hier eine Verfassung für die künftige Jewish Agency zu beschliessen. Ein Entwurf wurde vorbereitet, an dessen Ausarbeitung ausser der Zionistischen Organisation vor allem die hier anwesenden Führer der amerikanischem Juden teilgenommen haben. Der Entwurf wurde auch vom Zionistenkongress akzeptiert, der einige kleine Aenderungen vorschlägt, und ich bin überzeugt, dass eine Einigung in dieser Versammlung leicht erzielt werden wird. Der Zionistenkongress hat vor einigen Tagen mit überwältigender Mehrheit den Beschluss gefasst, die Erweiterung der Jewish Agency, deren höchstes Organ bisher der Zionistenkongress war, im Sinne des erwähnten Verfassungsentwurfes durchzuführen. Meine Damen und Herren! Ich darf wohl aussprechen, dass wir alle, die wir uns hier versammelt haben, zusammengekommen sind mit dem Wunsche nach aufrichtiger und ehrlicher Kooperation. Wohl zerfällt diese Versammlung in zwei Hälften, die in ihrer Struktur sehr verschieden sind, aber wir sind überzeugt, dass gegenseitiges Vertrauen und die Praxis gemeinsamer Arbeit an einer uns allen teuren Sache diese Verschiedenheiten überwinden wird. Wir haben diese erweiterte Jewish Agency begründet in dem Bewusstsein, dass wir als freie und gleichberechtigte Männer hier zusammenkommen, dass unsere Partnerschaft auf gegenseitigem Respekt beruht. Fragen der Gesinnung und geistige Entwicklungen lassen sich durch organisatorische Formen und Statuten nicht regulieren. Was wir hier regeln können und wollen, ist ein System praktischer Arbeit zur Erreichung bestimmter praktischer Zwecke. Wir haben die Hoffnung, dass diese gemeinsame Arbeit auch vereinigend wirken wird und den Ausgangspunkt bildet für eine grosse neue Einheit in Israel, eine Einheit, die beruht auf gemeinsamer Verantwortung, gemeinsamem Werk und, ich darf wohl sagen, gemeinsamer Liebe zum Judentum, das vielleicht der eine so, der andere anders interpretiert, das sich aber in dem, was wir i» diesen Tagen erleben, wieder erweist als die grosse königliche Lebensmacht, der wir alle demütig und treu dienen wollen. Möge das, was wir hier schaffen, dem jüdischen Namen zur Ehre gereichen und ein Segea