Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 543 (sequence 681)
- Language
- German, English, Hebrew
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Jabotinsky, Arlosoroff, Motzkin 543 Vorsitzender Motzkin: Es ist beantragt, über die Anträge der Kommission en bloc abzustimmen. Die Kommissionanträge werden im oben angeführten Wortlaut en bloc angenommen. Vorsitzender Motzkin: Damit ist dieser Gegenstand der Tagesordnung erledigt. (Zwischenruf des Del. Schechtmann: Herr Präsident, haben Sie schon eine Exekutive für uns?) Wir verlassen diesen Saal ohne Exekutive nicht. Die Sache ist viel zu ernst, als dass sie für Demonstrationen ausgenützt wird. Ich ordne jetzt eine kurze Pause an. (Nach der Pause, 8 Uhr 15 Min. morgens.) Vors. Motzkin: Ehe wir zur Wahl der Exekutive und der andern Instanzen weitergehen, gestatten Sie mir eine Pflicht zu erfüllen, die mich seit mehreren Tagen bedrückt. Ich möchte Sie bitten, das Andenken eines Mannes hier zu ehren, der oft in unserer Mitte gewesen ist und der von unserem verehrten Präsidenten Sokolow nicht erwähnt wurde. Ich meine den Tod seines von uns geachteten und von ihm geliebten Sohnes. Ich habe es nicht getan, weil ich nicht die Wunde aufreissen wollte, die unserm verehrten Präsidenten geschlagen worden ist. Ich habe selbst den Moment erlebt, da unser Führer, unser Freund und Präsident Sokolow diesen schmerzlichen und schrecklichen Verlust erlitten hat, und ich habe diesen ganzen Schmerz tief empfunden. Ich habe mir aber, je weiter der Kongress kam, gesagt, dass es für uns unmöglich wäre, die Erinnerung zu umgehen, selbst wenn sie einen nochmaligen Schmerz für unseren Präsidenten bedeutete. Und darum habe ich Sie aufgefordert, das Andenken Henrik Sokolows, des von uns geachteten und geehrten Mannes zu ehren. Gerade nach diesem Verlust unseres Präsidenten haben wir gesehen, was ein Mann, der von einer Idee erfüllt ist, zu leisten imstande ist. Es war eine wunderbare Sache, die in den Blättern der zionistischen Geschichte unvergesslich bleiben wird, dass unser Freund Sokolow nach diesem Schmerz, unter dem er fast zusammengebrochen wäre, wieder um der schwersten Pflicht willen hinauszugehen begann und am Aufbau unseres Werkes mitzuarbeiten. Oft hatte ich, wenn ich von Sokolows Arbeit in Amerika las, Bedauern und zugleich Bewunderung. Und ich habe mir gedacht, das war vielleicht der stärkste Trost. Und darum begrüsse ich Herrn Sokolow in Treue, in Liebe und Verehrung. (Lebhafter Beifall, der Kongress erhebt sich.)