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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 544

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 544 (sequence 682)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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544 19. KONGRESS-SITZUNG: Wahlen Präs. N. Sokolow: Es geschah so, dass ich bei einem schwach gefüllten Saale eine Erklärung abgegeben habe. Ich will deshalb nochmals kurz erwähnen, dass das Gelübde, das wir auf einem früheren Kongress wegen der Ueberführung der Leiche Herzls nach Erez Israel getan haben, eingelöst werden wird. Es bleibt uns noch der Zeitpunkt zu bestimmen, aber sonst sind alle juristischen, technischen und Familien-Hindernisse beseitigt worden. Die Leiche Herzls und auch die Gebeine seiner Eltern werden überführt werden. Und auch am Grabe Herzls, das ein heiliger Ort geworden ist, wird ebenso wie an seinem Sterbehause eine Gedenktafel angebracht werden. Ich wollte dies in dieser feierlichen Stunde zur Kenntnis des Kongresses bringen, bevor wir zu einer wichtigen Arbeit schreiten, zu den Wahlen. Der Vorsitzende des Permanenz-Ausschusses ist noch nicht hier. Ich will die Zeit ausnützen, um Ihnen in letzter Stunde ein paar Worte zu sagen. Es war ein schwerer Kongress, aber wir haben uns diesen Kongress zuvor nicht leicht gedacht. Wir haben uns ihn vielleicht noch schwerer gedacht, als er war. Es sind alle Schwierigkeiten überwunden worden. Ich hoffe, dass wir froh und glücklich von diesem Kongress scheiden und mit vereinten Kräften weiter arbeiten werden. Nur ein Wort der Diskussion möchte ich rügen. Es war die Rede von einem letzten Kongress. Die alten Zionisten werden sich mit mir alle daran erinnern, dass dieses Wort nicht zum erstenmal gehört wurde. Schon nach dem ersten Kongress hörte ich dieses Wort, und Sie werden es in der Chronik des Zionismus finden. Als die Protestrabbiner gegen den Zionismus auftraten, hat ein Rabbiner, der den Protest nicht unterzeichnen wollte, gesagt: Es ist nicht der Mühe wert, gegen den Zionismus und gegen den Kongress zu protestieren, weil dieser der letzte sein wird. Nach dem sechsten Kongress sagten viele sogar von den unsrigen: das ist der letzte Kongress; aber auch der sechste Kongress war nicht der letzte. Wir hatten einen Kongress in Wien vor dem Weltkrieg, und dann kam der Krieg, und es schien vielen, dass der Kongress für immer zerstört sei. Der Krieg ging vorüber, die Nachkriegszeit ging vorüber, und ich glaube, dass ich in dieser feierlichen Stunde aus Ihrem Herzen spreche, wenn ich sage, dass dieser Kongress, lebhaft wie er ist, begeistert wie er ist, differenziert wie er ist, und souverän wie er ist, nicht der letzte ist, sondern der erste in einer Reihe von grossen, viel verheissenden Kongressen. Und wenn ich von Kongress spreche, meine ich das ganze Bild — die Galerie, die mit uns zusammen den Kongress gehalten hat und die man vom Applaus und Protest abhalten musste. Und noch viele solche Kongresse werden sein. In der Diskussion und in der Polemik leistete man sich zu viele Befürchtungen, aber jetzt, wo wir uns alle bei unsern letzten Beschlüssen zusammengefunden haben und bald wieder finden werden beim Akt der Wahlen, kann gesagt werden: dass wir grosse Fortschritte gemacht haben und dass wir in das Bündnis mit den nichtzionistischen Partnern nicht geschwächt, sondern als reicher, grosser und mächtiger Faktor im Judentum gehen.

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