Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 537 (sequence 675)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ringel 537 Die lange Front unserer Feinde, die sich von Yemen bis Moskau zieht, zeigt gerade an diesen zwei Punkten eine merkwürdige Uebereinstimmung. In beiden finden wir Stätten und Schlupfwinkel finsteren Mittelalters. Im Süden, im Yemen beklagen wir die Bedrückungen und Verfolgungen, die ihre Quelle im religiösen Fanatismus haben und die sich in der Form brutaler Ungesetzlichkeiten und spezieller Auswanderungsverbote ausdrücken. Im Norden, in Sowjetrussland, sind wir Zeugen einer raffinierten Grausamkeit, welche an das Vorbild der spanischen Inquisition heranreicht. Die politische Kommission hatte Gelegenheit, Augenzeugen dieser unerhörten Vorgänge zu hören und kam zu dem Ergebnis, dass die ganze zivilisierte Welt davon in Kenntnis gesetzt werden muss. Ein Schrei der Entrüstung muss sich gegen diese Verfolgungen erheben, denen unsere zionistische Jugend, unsere tapfern und treuen Anhänger in Russland ausgesetzt sind, und die sich gegen alles richten, was mit Judentum und jüdischer Renaissancebewegung zusammenhängt. Gegen diesen brutalen Feldzug, der gegen den Zionismus, die hebräische Sprache und Kultur sowie gegen die Freiheit der jüdischen Religion gerichtet ist, erheben wir von dieser Tribüne feierlich, vor aller Welt, den schärfsten Protest! (Lebhafter, lang anhaltender Beifall, der Kongress erhebt sich.) Ich verlese nunmehr die Resolutionsanträge der politischen Kommission: Politik Richtlinien für die zionistische Politik Die Richtlinien für die zionistische Politik in Palästina, wie sie der XV. Kongress auf Grund einer ernsten Prüfung der Lage im Lande formuliert hat, liegen nach wie vor unverändert fest. Die Entwicklung des jüdischen Aufbauwerkes verlangt die aktive Unterstützung und aktive Beteiligung der palästinensischen Regierung im Geiste des Mandates. Unter voller Anerkennung der teilweisen Fortschritte, die im Laufe der letzten beiden Jahre auf dem Gebiete der Beschäftigung jüdischer Arbeiter an öffentlichen Arbeiten und der Beteiligung der Regierung an unserem Schul- und Gesundheitsbudget erreicht worden sind, konstatiert der Kongress mit tiefem Bedauern, dass die Verwaltungspraxis in Palästina auch im Laufe dieser Periode Züge aufweist, durch welche Grundrechte, Lebensinteressen und sogar die Würde des Jischuw verletzt wurden, angefangen von der ungerechtfertigten Einschränkung der Immigration bif zu den administrativen Verfügungen der palästinensischen Verwaltungsbehörden in der Frage der jüdischen heiligen Stätten. Diese Verwaltungspraxis, wie sie sich im Laufe der Jahre seit Einführung der Ziviladministration entwickelt hat, kann nicht ausschliesslich durch Einzelreformen in die Bahnen gelenkt werden, die die Förderung des jüdischen Aufbauwerkes verlangt. Die allgemeine Voraussetzung der erfolgreichen Durchführung ist die wirksame Verankerung der Jewish Agency gemäss den Bestimmungen des Mandats im Organismus der