Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 533 (sequence 671)
- Language
- German, English, Hebrew
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Arlosoroff, Persitz, Ringel 533 (Nach der Pause.) Bericht der politischen Kommission Del. Dr. Michael Ringel (Ostgalizien, Berichterstatter der politischen Kommission): Hoher Kongress! Ich habe die Ehre, Ihnen den Bericht über die Beratungen und Beschlüsse der politischen Kommission vorzulegen. Die politische Kommission war sich ihrer grossen Verantwortung bei der Behandlung der politischen, insbesondere aber der aussenpolitischen Fragen voll bewusst. Auf diesem Kongress trug sie speziell der Tatsache Rechnung, dass sowohl auf seiten der Mandatarmacht wie auf Seiten der Jewish Agency gerade in der letzten Zeit wichtige Aenderungen vorgekommen sind. In London hat eine neue Regierung die Geschäfte übernommen, welche sich jetzt mit den Problemen des nahen Orients intensiv befasst. Auch in Jerusalem ist ein Wechsel in der Person des Leiters der Regierung eingetreten. Anderseits ist es dieser Kongress, welcher die grundlegende Aenderung der Jewish Agency ratifiziert hat, eine Aenderung, deren Auswirkungen auch auf politischem Gebiet, nach Ansicht vieler, weitreichende Bedeutung haben dürften. Dieses Verantwortungsgefühl der Kommissionsmitglieder brachte es mit sich, dass eine Atmosphäre der Sachlichkeit und des guten Willens bei den Vertretern aller Schattierungen herrschte und eine weitgehende Uebereinstimmung in bezug auf den Ausdruck unserer Hoffnungen und Enttäuschungen, unserer Wünsche und Beschwerden, die wir vorzubringen haben. Die politische Kommission befasste sich mit folgenden Problemen: A. 1. Die politische Seite des Aufbaues des Jüdischen Nationalheims in Palästina, und zwar hauptsächlich das Verhältnis der britischen Mandatarmacht zu dieser Frage. 2. Eine Reihe wirtschaftlicher Fragen, deren günstige Lösung von politischen Voraussetzungen abhängt. In diesem Zusammenhange wurde in erster Reihe die Frage einer unter Garantie der Mandatarmacht oder internationaler Garantie aufzunehmenden Anleihe für die Zwecke der jüdischen Kolonisation in Erez Israel behandelt. 3. Die Frage des Kotel Maarawi. 4. Die Lage der Juden, insbesondere in zwei auch als Auswanderungsländer für Palästina in Betracht kommenden Gebieten: nämlich Yemen und Sowjetrussland. In diesen Fragen haben sich die Beratungen zu Anträgen herauskristallisiert, die ich Ihnen vorlegen werde.