Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 527 (sequence 665)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 100% known words query
- IRI
…/3476254-3476286--7677-3483825- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Grünbaum, Berlin 527 Ich habe alles gesagt, was ich in der kurzen Zeit sagen konnte. Auf neue Fragen kann ich nur antworten, wenn ich Zeit bekomme. Es steht vor Ihnen folgende Frage: Wir in Lemberg, wo ein Kampf um das jüdische Recht geführt wird, stehen auf allen parlamentarischen Tribünen und fordern unsere Rechte für das hebräische Schulwerk. Und wenn der Zionistenkongress unseren Vorschlag ablehnt, dann muss er wissen, dass er uns damit erstickt und keiner von uns in irgend einem Parlament noch ein Recht für das hebräische Schulwesen fordern kann. Und Ihr Freunde vom Misrachi, Ihr wisst, wofür Ihr letzten Endes kämpft. Ihr kämpft nicht für die Thorah — von Eurem Kampfe wird nur eine Gruppe etwas haben, die Jiddischisten, die kommen werden und sagen: Seht, der Kongress hat es abgelehnt, wir haben Recht gehabt, wir sind die einzigen, die fordern dürfen und den Anspruch auf unsere Sprache haben. Wir legen in Eure Hand das Schicksal des hebräischen Schulwesens und des Kampfes um das Recht für die hebräische Sprache. (Lebhafter Beifall.) Nachdem der Kongress den Antrag, sämtliche Vorschläge dem Aktionskomitee zu übergeben, abgelehnt hat, leitet der Vorsitzende die Abstimmung über die einzelnen Anträge der Kommission für Erziehungsarbeit in der Galuth ein. Zunächst wird Punkt 1 in der von der Kommission beantragten Fassung angenommen, welche lautet: 1. Der XVI. Zionistenkongress betont den unlöslichen Zusammenhang, der zwischen der Verwirklichung des Zionismus und der hebräischen Kultur** und Erziehungsarbeit in ihren verschiedensten Strömungen in den Galuthländern besteht, und er sieht in der Stärkung der kulturellen Tätigkeit eine Grundbedingung für die Stärkung der zionistischen Bewegung auf der ganzen Welt, besonders in dieser Stunde in Verbindung mit den künftigen Aenderungen in der Aufbauarbeit in Erez Israel. Sodann erfolgt die Verlesung des zweiten Antrages: 2. Der Kongress nimmt mit Befriedigung zur Kenntnis, dass die hebräische Erziehungsarbeit einen grossen Schritt vorwärts getan hat in den letzten zehn Jahren, besonders in den Ländern Osteuropas, und die den Grund gelegt hat zur Vorbereitung eines Pioniergeschlechts, das treu ist dem Volke und seinen Hoffnungen. Gleichzeitig betont der Kongress, dass alles, was bisher auf dem Gebiete der hebräischen Erziehung und der Aneignung der hebräischen Sprache für die Massen des Volkes erreicht wurde, nicht im Einklang steht mit den nationalen Bedürfnissen, und er betont deshalb die Notwendigkeit, die Kulturarbeit zu konzentrieren und zu erweitern, sowohl in den Kreisen der Jugend als auch bei den Erwachsenen. Rabbiner Meir Berlin (A. C, Misrachi) beantragt, nach dem Worte „Volke" einzufügen: „seinen Heilig tümern".