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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 526

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 526 (sequence 664)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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526 19. KONGRESS-SITZUNG: Bericht der Tarbuth-Kommission Freunde von der Poale Zion! Hätte nicht Remez gesprochen, dann hätte ich gesagt, dass die Begründung, den Vorschlag dem A. C. zu überweisen, nicht fair ist. Fair ist ein englisches Wort und folglich parlamentarisch. In jüdischer Sprache hätte ich es anders gesagt und dann wäre es unparlamentarisch gewesen. Remez sagte, es sei ein Teil der Arbeiterschaft vorhanden, der Schulen nicht in hebräischer, sondern in jiddischer Sprache wolle. Man könne deshalb kein Departement machen, das sich mit den hebräischen Schulen befasst. Sie wissen genau, dass Sie gegen diese jiddischistische Stimmung in Ihrer Partei einen Kampf werden beginnen müssen. (Remez: In der Partei ja, aber draussen nicht!) Werden Sie diesen Kampf nicht führen, dann werden Sie in Osteuropa zum vollständigen Untergang verurteilt sein. Wir haben als zionistische Partei, die in Erez Israel ihren hebräischen Mittelpunkt hat, das Volk für dieses Erez Israel vorzubereiten. Nehmen Sie es vom Standpunkt der Emigration: Ist es notwendig, dass man spanisch lernt, wenn man nach Argentinien fährt, dann muss es auch eine sprachliche Hachscharah für Palästina geben. Wenn ich mit dem Vorschlag eines Departements für hebräische Sprachkurse gekommen wäre, hätte man das hingenommen; aber wenn ich die Zentralisierung der hebräischen Kulturarbeit auf dem Dorfe und in der Stadt fordere, ist es nicht wichtig. (Nach links gewandt): Ihr dürft Marx und die ganze sozialistische Theorie im Munde führen — aber übersetzt ins Hebräische. Ihr könnt von der Weltrevolution sprechen, aber wenn Ihr es mit Erez Israel und Zionismus vereinigen wollt, dann müsst Ihr Eure Erziehung dem hebräischen Palästina anpassen und dürft nicht einen Abgrund aufreissen zwischen Eurer Erziehung und dem hebräischen Erez Israel. Herr Dr. Hantke ist mit dem formellen Einwand gekommen, dass wir in letzter Stunde einen neuen Fonds machen wollen. In unserer Resolution steht, dass wir die Frage des Fonds der Exekutive zur Beratung übergeben und dass das A. C. das letzte Wort haben muss. Was will Dr. Hantke? Soll jeder für Tarbuth sammeln, ohne dass man uns um Rat fragt, weil wir keinen geben können, oder sollen wir Ordnung in die Anarchie bringen? Und die Anarchie kann nur behoben werden, wenn es einen zentralen Fonds gibt und wenn wir nicht zum Joint gehen und uns wegen der Subventionen erniedrigen müssen. Man sagt, wir hätten Euch in letzter Stunde überfallen. Das ist nicht unsere Schuld. Wir haben in der Kommission die Sache durchgearbeitet, es gab auf dem Kongress ein Referat und eine Debatte. Damals hätten Sie nicht allein über mehr oder weniger schöne Philosophien sprechen sollen, sondern über konkrete Fragen. Auf Philosophien gibt es keine Antwort, aber darauf, worum es uns hier geht, gibt es eine Antwort, und wir müssen sie finden. Wir haben die Sache ehrlich gemacht, und nicht unsere Schuld ist es, dass sie in letzter Stunde kommt. Sie dürfen uns daraus nicht einen Strick drehen und daran das hebräische Schulwerk hängen.

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