Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 481 (sequence 619)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ussischkin, Remez, Sprinzak 481 Wenn ich aber annehmen will, dass es nur um einen Rat der Exekutive geht, will ich Herrn Sacher fragen: Herr Sacher, sind Sie einmal in Kfar Saba gewesen oder nicht? Wissen Sie, dass man für ein Zimmer \K Pfund zahlt, dass es dort heute 300—400 Arbeiter gibt, für welche keine Wohnungen vorbereitet wurden, dass der angrenzende Eukalyptuswald abgeholzt wird, um Notwohnungen zu errichten? Dass die Arbeiter gezwungen sind, aus eigenen Mitteln einen Viertel-Dunam Boden für 40—50 Pfund pro Dunam zu kaufen? Ist es die Pflicht der Exekutive, etwas derartiges zu wissen? Man hat nicht gesagt: Wir sind gegen den einen oder anderen Punkt. Man hat acht Punkte herausgegriffen, welche mit dem Waad Halaschon beginnen und mit dem Schchunoth owdim enden und hat gesagt: Wir sind nicht gegen diese Punkte, wir sind nur für Landwirtschaft. Soll vielleicht auch das Budget für Politik, die Administration oder das Technikum zugunsten der Landwirtschaft gestrichen werden? (Zwischenrufe: Und die Verwaltung in Erez Israel und der Haolam?). Die Erklärung heisst in Wirklichkeit: Alles, was ich will, ist für die Landwirtschaft, alles, was ich nicht will, ist gegen die Landwirtschaft. Es ist merkwürdig, dass Harzfeld gegen Landwirtschaft sein soll und Sacher für sie. Die Verbesserung der Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitern, welche eigentlich nicht das Verdienst der Exekutive ist, hängt von der Möglichkeit für den Arbeiter ab, in Stadt und Dorf zu existieren. Die Normalisierung der Löhne ist in hohem Masse von der Frage der Schchunoth Poalim bei den Städten abhängig. Und diesen Antrag legt die Exekutive in dasselbe Grab wie die anderen und sagt, dass sie für Landwirtschaft sei. Eine solche Erklärung ist für uns eine Warnung, wenn wir die Kandidaten, die da sitzen, in die zukünftige Exekutive wählen sollten. Wir erklären Euch, dass Ihr die Budgetbeschlüsse des Kongresses werdet durchführen müssen, wenn Ihr in der neuen Exekutive sein wollt. J. Sprinzak (A.C., Hitachduth — spricht hebräisch): Geehrter Kongress! Ich mochte nur einige Worte sagen in bezug auf einen kleinen Posten, dessen Behandlungsart mir charakteristisch zu sein scheint, und zwar in bezug auf die Ausdrücke und Gedankengänge, die der Vertreter in der Exekutive in der Debatte heute angewendet hat. In der Generaldebatte ist eine Diskussion zwischen Berl Kaznelson und Herrn Sacher entstanden über die Frage: Geistlosigkeit oder Geldlosigkeit. Herr Sacher hat bemerkt, da wir uns in einem Zustand von Geldlosigkeit befinden, behaupte man, dass bei der Exekutive Geistlosigkeit herrsche. Nun hat heute Herr Sacher in bezug auf die kleine Subvention von 300 Pfund für die Habimah gesagt, auch wenn Geld vorhanden wäre, würde er eine Subvention für Habimah und Ohel nicht bewilligen. Geehrter Kongress! Ist das Geldlosigkeit oder Geistlosigkeit? (Beifall.)