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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 426

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 426 (sequence 564)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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426 17. KONGRESS-SITZUNG: Bericht der Organisations-Kommission Delegierter M. Neustadt (Poale Zion — spricht jüdisch) tritt für die Ablehnung des Kommissionsvorschlages ein. Der Kongress möge keine neuen Bestimmungen schaffen, sondern es bei denen lassen, die der vorige Kongress beschlossen hat. Die Frage ist von zwei verschiedenen Ausgangspunkten aus zu behandeln. Der eine stellt sich die Zionistische Organisation als einheitliche politische Bewegung vor, die sich, wie jede politische Partei, in örtliche und territoriale Gruppen gliedert. Der andere, gegensätzliche Standpunkt betrachtet die Zionistische Organisation als Gemeinschaft, welche ganz bestimmte Aufgaben zu erfüllen hat, sich nur für ihre bestimmten Aufgaben zusammenfindet, während in allen andern Fragen getrennte Wege eingeschlagen, separate Propaganda geführt wird usw. Es muss also zunächst das Grundprinzip entschieden werden, bevor der Vorschlag der Kommission in Erwägung gezogen wird. Das Ziel, welches die Kommission sich vorstellt, wird durch ihren Vorschlag nicht erreicht. Daher sollte der Vorschlag des letzten Kongresses, welcher Arbeitsgemeinschaften ohne besonderen Apparat vorsieht, aufrecht bleiben. Delegierter Fischl Werber (Hitachduth — spricht hebräisch) : Seit Jahren herrschte eine Anarchie in der zionistischen Welt, war kein lebendiger Kontakt zwischen dem einzelnen Mitglied, dem einzelnen Schekelzahler und d3r Zionistischen Organisation. Von einer öffentlichen zionistischen Verantwortung, von einer öffentlichen zionistischen Meinung war nichts zu spüren. Die Verwischung des Verantwortungsgefühls führte auch zu einer Verwischung des Pflichtgefühls. Wenn wir wollen, dass die Zionistische Organisation zu einem entscheidenden Faktor in der Entwicklung der Befreiungsbewegung der Nation wird, müssen wir trotz allen Meinungsverschiedenheiten zum Bewusstsein gelangen, dass eine gewisse Einheit und Ganzheit existiert, die wir zu wahren haben. Wir glauben, dass die Zionistische Organisation auf dem Prinzip beruhen muss: Ideologische Trennung — organisatorische Konzentration. Wir wissen aber, dass diese Synthese nur allmählich erreicht werden kann. Wir haben uns daher mit der Resolution der Kommission einverstanden erklärt und hoffen, dass immer mehr Aufgabengebiete umfasst werden. Del. Dr. I. Schwarzbart (Westgalizien — spricht deutsch): Die Vereinigung der allgemeinen Zionisten hat einstimmig den Beschluss gefasst, gegen die Resolution der Kommission in der Form zu stimmen, wie sie Ihnen vorgelegt wurde, jedoch einem fakultativen Territorialverband zuzustimmen. Der Unterschied zwischen der Resolution der Kommission und dem bisherigen Zustand ist klar. Bisher war es jedem Land anheimgestellt, ob es einen solchen Verband gründen soll oder nicht.

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