Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 427 (sequence 565)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3476254-3476286--7577-3483725- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Neustadt, Werber, Schwarzbart, Barth 427 Jetzt soll es dazu verpflichtet werden. Dagegen haben sich die allgemeinen Zionisten ausgesprochen. Wir schlagen vor, dass der erste Passus lauten soll: „Innerhalb eines jeden Landes können der Landesverband und die Landesgruppen der Sonderverbände eine ständige Arbeitsgemeinschaft — territoriale Arbeitsgemeinschaft — bilden." Ich spreche auch gegen den Minderheitsantrag von Silberbusch. Silberbusch müsste konsequenterweise einen Antrag stellen, dass die Fraktionen und Föderationen aufgehoben werden. (Zwischenrufe Poale Zion: sehr richtig!) Aber die Föderationen belassen und gleichzeitig trotz allen grundsätzlichen Widersprüchen eine Verbindung zu schaffen, ist unmöglich. Ausserdem bedeutet der Vorscmag ein neues Zentralkomitee mit einem neuen Vorsitzenden, mit neuen Sekretären, mit einem neuen Apparat, mit neuen Hunderten von Sitzungen, mit Diskussionen, die zu nichts führen. Dem Punkt 2 der Kommissions-Resolution soll folgender Satz vorangehen : „Bei der Bildung des Territorialverbandes sind folgende Grundsätze zu beachten." Ferner spreche ich mich für den Minderheitsantrag des Misrachi aus, der wie folgt lautet: „Die Exekutive wird beauftragt, Massnahmen zu ergreifen, um den Beschluss des XV. Zionistenkongresses bezüglich Bildung territorialer Arbeitsgemeinschaften in allen Ländern durchzuführen/* Nach dem Wort „Bildung territorialer Arbeitsgemeinschaften'* soll aber folgendes hinzukommen: „In jenen Ländern, wo dies die Verhältnisse gestatten, im Einvernehmen mit den zionistischen Landesbehörden durchzuführen.'* Wir sind nicht gegen territoriale Verbände, aber in den meisten Ländern wird es unter den gegenwärtigen Verhältnissen nur zu Reibungen führen. Dr. A. Barth (Kongressanwalt): Der Minderheitsantrag, den der Vorredner und auch der Misrachi verteidigen, geht davon aus, dass man zu einer Zeit, wo grosse Parteien der Ansicht sind, dass wir zu einer einheitlichen Verbindung noch nicht reif sind, mit Zwang nichts erreichen könne; deshalb sind wir dafür, die Freiwilligkeit zu fördern. Wir sagen ferner, dass schon die Kongresswahlen nur zu Kämpfen führen, nicht zu einer Vereinheitlichung des zionistischen Lebens. Wenn wir schon einmal in zwei Jahren Kongresswahlen haben, wozu soll man noch in den kongresslosen Tagen Wahlkämpfe für Landesparteitage veranstalten? Unser Antrag in dieser Frage lautet: Die Exekutive wird beauftragt, Massnahmen zu ergreifen, um den Beschluss des XV. Zionistenkongress bezüglich Bildung territorialer Arbeitsgemeinschaften in allen Ländern durchzuführen.