Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 425 (sequence 563)
- Language
- German, English, Hebrew
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Moses, Levite, Silberbusch 425 L. Levite (A. C , Polen) Was uns Herr Dr. Moses vorgeschlagen hat, setzt eine grundsätzliche Organisationsreform voraus. Da man bei diesem leeren Saal die Sache nicht zur Abstimmung bringen kann, bitte ich um Verschiebung um eine Stunde. Vors. Motzkin: Das Quorum ist vorhanden, und wir können nicht für alle Gegenstände einen vollen Saal haben. Del. J. Silberbusch (Rumänien): Wir haben uns in der Organisationskommwsion nahezu zwei Tage mit dieser Frage beschäftigt. Wir, die wir den radikalen Standpunkt einnahmen, waren für den Territorialverband aller Zionisten eines Landes, gleichgültig, welcher Sonderrichtung sie angehören, also für eine Vereinheitlichung der gesamten Zionistischen Organisation. Die Zionisten eines Ortes sollen zu einer gemeinsamen Ortsgruppe zusammengeschlossen werden mit einer frei gewählten Leitung; auf dieser Ortsgruppe als Grundlage soll sich dann die ganze Organisation über Kreisverbände und Landes- (Territorial-) Verband bis zu ihrer Spitze in London aufbauen. Dieser Vorschlag soll nicht sagen, dass wir keine Differenzierung im Zionismus wünschen. Wir alle verstehen, dass sich die Entwicklung der zionistischen Bewegung nicht zurückschrauben lässt und dass ein Zionismus ohae Differenzierungen heute gar nicht gut wäre. Wir sind vielleicht für eine noch stärkere Differenzierung in ideologischer Hinsicht, als sie heute besteht, aber nicht für eine Differenzierung in organisatorischer Hinsicht. Wir alle, die wir in der aktiven zionistischen Arbeit stehen, wissen, dass die Gliederung in Landes- und Sonderverbände nicht danach angeian ist, die Bewegung zu verbreitern. Sie entfremdet die einzelnen Zionisten einander, schliesst sie von einander ab. Ihr Ergebnis ist, dass die Propaganda sich nicht nach aussen, sondern gegeneinander richtet, dass es nicht gelingt, die Wirkung unserer Arbeit zu vergrössern und die Zahl unserer Anhänger zu vermehren. Der Vorschlag, den die Organisationskommission gemacht hat, entspricht aber in keiner Weise unserer Vorstellung von einer Organisationsreform. Sie ersehen gerade aus diesem Vorschlag und dem gemeinsamen Aktionsprogramm am besten, wie tief das Misstrauen ist, das die einzelnen Gruppen gegeneinander haben. Man könnte diese Vorschläge fakultativ annehmen, aber nur unter der Bedingung, dass eine wesentliche Erweiterung des Arbeitsgebietes erfolgt und zwar auf die zionistische Propaganda und auf die Kontrolle und Koordinierung der verschiedenen Sondersammlungen für Palästina. Entscheiden Sie sich entweder für eine grosszügige Organisationsreform oder für die Ablehnung des Antrages der Kommission.