Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 414 (sequence 552)
- Language
- German, English, Hebrew
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414 16. KONGRESS-SITZUNG: Bericht der Immigrations-Kommission Infolge der Gleichgültigkeit der verschiedenen Institute der Zionistischen Organisation besitzen aber nicht alle die Möglichkeit, volle Ausbildung zu gemessen. Die Kommission hat sich auch mit der Frage der Chaluztätigkeit befasst und ist einstimmig zur Ansicht gelangt, dass die Chaluztätigkeit womöglich in einer einheitlichen Organisation vereinigt werden soll. Denn es ist undenkbar, dass die Vorbereitungstätigkeit, die sich die Herausbildung des arbeitenden Chaluztypus zum Ziele setzt, also eine unparteiische Tätigkeit bedeutet, in verschiedene Organisationen gespalten ist. Der Kongress sollte deshalb die Vereinheitlichung der Hachscharah- Tätigkeit in einer einheitlichen, all weltlichen Chaluzorganisation beschliessen. Solange aber verschiedene Chaluzorganisationen bestehen, sollte die Zionistische Organisation den verschiedenen Gruppen ihre Hilfe proporüonell dem Umfang ihrer organisierten Hachscharah-Tätigkeit gewähren. Wir unterbreiten auch einen Beschluss, wonach die zionistische Exekutive einen allgemeinen Inspektor für Hachscharah ernennen soll, der die Aufsicht über die Hachscharahtätigkeit ausüben und den Chaluzorganisationen bei ihren Arbeiten helfen soll. Del. Dr. A. Tartakower (Hitachduth, Vorsitzender der Immigrationskommission): Nach der einmütigen Meinung der Kommission muss im gegenwärtigen Momente, wo die zionistische Arbeit vergrössert wird, auch die Alijah vergrössert werden. Daher hat die Kommission in ihren Resolutionen sowohl eine bedeutende Ver&rösserung des Immigrationsstromes als auch die Aufhebung der bestehenden Einwanderungsbeschränkungen verlangt. Dies letztere Verlangen richtet sich in erster Linie an die Mandatregierung. Die Immigrationskommission ist der Ansicht, dass das Einwanderungsgesetz vom Jahre 1925 im Widerspruche mit dem Wortlaut und den klaren Absichten des Mandats steht. Wir müssen freie Einwanderung in das Land verlangen, die nur von der Jewish Agency als Vertreterin des jüdischen Volkes geregelt wird. Auch die Beschränkungen der Alijah bestimmter Ein Wandererkategorien, der Frauen sowie der Einwanderer aus Russland und den Ländern des Orients entsprechen nicht dem Geiste des Mandates und der zionistischen Situation des gegenwärtigen Momentes. Die Kommission spricht sich auch energisch gegen die Beschränkung der Alijah des Mittelstandes aus; sie hält die Einwanderung auch dieser Elemente für dringend notwendig. Sie verlangt daher Abschaffung der Beschränkungen und anderseits Einsetzung eines ausgedehnten Informationsapparates, ferner Organisierung der Alijah durch Gründung von Kooperativen, Alijahbanken usw. In der Kommission kam es in der Alijahfrage zu keinen Meinungsverschiedenheiten prinzipieller Art, sondern lediglich in der mehr technisch-organisatorischen Frage der Palästinaämter. Die einzelnen Meinungen darüber werden dem Kongress vorgelegt. Zur Hachscharah-Frage muss Nachdruck darauf gelegt werden,