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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 386

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 386 (sequence 524)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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386 15. KONGRESS-SITZUNG: Bericht der Agency-Kommission kein Haufen von Brettern, hier hat das jüdische Volk zu der Welt gesprochen. Sie wollen aber daraus eine Versammlung von Leuten machen, die nichts zu beschliessen haben und die nur als Fifty in eine Kombination hineinzugehen haben, wo man erst über das Schicksal des jüdischen Vo'kes entscheiden wird. Die Partner können nicht denselben Weg gehen wie wir. Diese Leute müssen doch immer der Linie des geringsten Widerstandes folgen. Sie gehen mit uns, weil es in Palästina halbwegs vorwärts geht, aber sie sind gewiss nicht bereit, mit uns zu gehen, wenn wir vor einer eisernen Mauer stehen. Das aber war unsere Situation in der Zeit der türkischen Herrschaft, und wir sind doch vorwärts gegangen. Eine solche Politik wird man mit diesen Partnern nicht treiben können. Sie werden bereit sein, Kolonien und Sanatorien zu gründen, wir bezweifeln nicht ihren guten Willen, aber so zu stehen, wie wir in diesen dreissig Jahren, auch in allen Krisen, gestanden haben, das werden sie nicht, und darin liegt die Gefahr für unsere Politik. Wir hatten bisher eine Einheit, eine Dreieinigkeit bestehend au« unserem Ziel, unserer politischen Methode nach aussen und unserer Demokratie nach innen. Der Schekelzahler war unsere Kraft, der Kongress unsere Politik. Hier auf dieser Tribüne standen wir als das neu erwachte jüdische Volk. Mit dieser Idee haben wir gesiegt, damit haben wir alles erreicht, nicht durch die Macht der Kanonen, aber auch nicht durch die Macht des Geldes. Unser Ziel aber war der Judenstaat, wie wir ihn verstehen. Herzl schrieb an Baron Hirsch das berühmt gewordene Wort: „Was ist eine Fahne? Eine Stange mit einem Fetzen Tuch? Eine Fahne ist mehr als das, mit einer Fahne führt man die Menschen, wohin man will, selbst ins gelobte Land.'* Das zionistische Ziel, die Idee des Judenstaats, das war unsere Fahne, mit dieser haben wir unsere Menschen geführt. Wir bleiben bei dieser Fahne, wir bleiben auf dieser Tribüne, wo die Fahne entrollt worden ist, hier soll die Fahne weiter flattern, und wir wollen sie schützen. (Lebhafter Beifall.) Del. Rabbi S. Brod (Misrachi — spricht jüdisch): Die Vertreter des Misrachi haben in der Kommission für die Jewish Agency den Antrag gestellt, dass in § 3, Abschnitt d), dort wo es heisst, die hebräische Sprache und die jüdische Kultur sind zu pflegen, folgender Zusatz gemacht wird. „Für die religiösen Bedürfnisse ist Sorge zu tragen". Der Kongress wird uns sicher glauben, dass wir nicht die mindeste Absicht hatten, einen sogenannten Kulturkampf hervorzurufen. Der Misrachi sucht immer die verbindenden Momente zu betonen. Aber anderseits ist uns vollkommen klar, dass wir vor uns ein historisches Dokument haben, das in die jüdische Geschichte eingeht. Es ist die Konstitution, die Basis für die gemeinsame Arbeit mit der breiteren Vertretung des jüdischen Volkes. Der jüdische Historiker der Zukunft wird sich

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