Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 385 (sequence 523)
- Language
- German, English, Hebrew
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Stricker, Jachinson, Lichtheim 385 R. Lichtheim (A. C, Revisionist — spricht deutsch): Wenn wir noch Wert darauf legen, in dieser Debatte das Wort 7u ergreifen, so tun wir das, weil wir das Gefühl haben, dass in dieser entscheidenden Stunde die Stimme der Warnung, die wir seit sechs Jahren erhoben haben, wenigstens im Protokoll dieser entscheidenden Sitzung verzeichnet sein soll. Ich werde mich auf ein paar Bemerkungen zu den Ausführungen des Herrn Rothenberg beschränken. Herr Rothenberg sagte, es sei allen klar, dass das Agency-Projekt einige schwache Punkte enthalte, aber man habe sich überzeugt, dass die Vorteile diese Nachteile überwiegen. Wir sind aufs Tiefste vom Gegenteil überzeugt. Die Nachteile überwiegen weitaus die Vorteile. Rothenberg hat gesagt, dass nichts wesentliches vom zionistischen Programm der Agency geopfert worden sei. Wenn es so ist, dann möchte ich Herrn Rothenberg fragen. Warum dann Fifty-Fifty, warum nicht die Schaffung einer gemeinsamen Organisation? Durch diesen Vorschlag Fifty-Fifty, welcher ein organisatorisch ungesundes Prinzip ist, ist eine Verwirrung der Kompetenzen entstanden, die schon auf diesem Kongress verhängnisvoll wird. Niemand weiss in diesem Augenblick und in diesem Saale, was in Zukunft das zionistische Aktionskomitee zu sagen haben wird, was diese Zionistische Organisation mit ihren gewählter. Instanzen in der Zukunft zu bedeuten haben wird. Es gibt in dieser Jewish Agency kein Prinzip einer ernstgemeinten gemeinsamen Verantwortung. Im Entwurf steht, die Exekutive soll ermächtigt werden, im Namen der Zionistischen Organisation das Agency-Projekt zu unterschreiben „unter der Voraussetzung, dass eine solche Vereinbarung von der Exekutive nicht unterzeichnet wird, bevor der endgültige Text durch die Mehrheit der vom Kongress als Vertreter der Zionistischen Organisation in den Council der erweiterten Jewish Agency gewählten Personen gebilligt ist*'. Ich frage Sie: seit sechs Jahren arbeitet man an diesem Statut und nun schlägt man dem Kongress eine Resolution vor, welche klar und deutlich besagt: Jeder Punkt des Konstitutionsentwurfs kann durch einfache Majorität der zionistischen Council-Mitglieder abgeändert werden. Ich unterstelle keineswegs, dass hier die Absicht vorliegt, Wesentliches *m Entwurf zu ändern. Aber einen solchen Vorschlag darf man dem Kongress nach sechsjähriger Vorarbeit nicht vorlegen. Rothenberg sagte, es gebe auch Meinungsverschiedenheiten im Zionismus und er stellt diese Meinungsverschiedenheiten auf eine Stufe mit denjenigen zwischen Zionisten und Nichtzionisten. Aber die Zionisten, alle wirklichen Zionisten hatten bisher das Gemeinsame, unser Ziel. Mit jenen aber haben wir nicht das Ziil gemeinsam und darum auch nicht die politische Methode. Unsere Methode ist herausgewachsen aus diesem Kongress und aus der Idee det Schekilzahlers, aus der Idee der Autonomie und Selbstverantwortung des jüdischen Volkes, das sich diese Tribüne geschaffen hat. Diese Tribüne ist