Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 345 (sequence 483)
- Language
- German, English, Hebrew
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Brutzkus 345 Von diesem Standpunkt aus werden alle Delegierten die Erfolge begrüssen, die unsere medizinische Nothilfe (die Hadassa und die Kupath Cholim) schon jetzt gezeitigt hat. Die Sterblichkeit der Juden in Palästina ist von 15 Promille im Jahre 1925 auf 12 Promille im Jahre 1928 gefallen. Das ist eine Ziffer, die schon den Forderungen eines Kulturstaates entspricht. Dasselbe merken wir bei der Kindersterblichkeit. Von je 1000 Neugeborenen sind im Jahre 1925 im ersten Lebensjahr 131 gestorben, d. i. eine ziemlich hohe Ziffer für die jüdische Bevölkerung. 1928 ist diese Ziffer schon auf 97 herabgedrückt worden, und das ist ein grosser Erfolg. Die Bedeutung dieser Ziffer können wir noch höher schätzen, wenn wir in Betracht ziehen, dass die Geburtenziffer im Jischuw verhältnismässig hoch ist: 35 auf 1000. Ich kann Ihnen noch ein erfreuliches Ergebnis in bezug auf die Entwicklung unserer Jugend in Palästina mitteilen. Der Prozentsatz der gut entwickelten Kinder unter den Schülern ist so hoch wie in den besten Kulturländern Europas. Wir beobachten somit einen gewissen Regenerationsprozess unseres Volkes in seinem Vaterlande. Die angezeigten Erfolge können und müssen bei weiterer systematischer Arbeit noch erhöht werden. Da von der Regierung und den Munizipalitäten Palästinas auf dem medizinischen Gebiete für die jüdische Bevölkerung sehr wenig geleistet wird, musste die Zionistische Organisation eine Reihe von Anstalten für die alteingesessene Bevölkerung und für die neuen Immigranten erhalten. Diese Aufgabe übernahm in erster Reihe die Hadassa, die als autonome Körperschaft Gelder sammelt und die Gesundheitsarbeit in Palästina leitet. Die zweite Körperschaft, die Kupath Cholim (Krankenkasse der Arbeiterorganisation), hat die soziale Aufgabe der Krankenversicherung der arbeitenden Bevölkerung übernommen, deren Notwendigkeit bei den eingewanderten Arbeitern, die oft ohne Familienzusammenhang sind, einleuchtet. Die Krankenkasse zahlt Krankengelder, besorgt medizinische Hilfe in Polikliniken, Hospitälern und Sanatorien. Teilweise benützt sie für die medizinische Hilfe an ihre Mitglieder die Anstalten der Hadassa'h. Leider war die Koordination noch mangelhaft, und dadurch sind auf einzelnen Gebieten Reibungen zwischen der Hadassa und der Kupath Cholim entstanden und manchmal gleichartige Arbeit parallel geleistet worden. Die vielseitige Arbeit dieser Institutionen und die Erfahrungen der letzten Jahre erlauben einen Ueberblick über das gesamte Gesundheitsgebiet und machen die Ausarbeitung eines Gesamtplanes für die Gesundheitsarbeit möglich. Laut Vorschlag (Resolution A) soll eine besondere Abteilung bei der Exekutive unter dem Namen „Hadassah-Gesundheitsdepartement" gebildet werden, deren Leiter von der Exekutive und der Hadassa zu nominieren ist. Das Reglement für dieses Gesundheits-Departement ist in vielen Punkten vorläufig als Projekt festgesetzt, weshalb keine Details angeführt werden mögen, sondern nur eines noch bemerkt werden soll: Nach dem Vorschlag soll sich die Kupath Cholim der Histadruth in