Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 346 (sequence 484)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3476254-3476286--7496-3483644- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
346 13. KONGRESS-SITZUNG: Bericht der Gesundheitskommission eine allgemeine Krankenkasse der arbeitenden Bevölkerung Palästinas verwandeln. Jetzt werden die Grundlagen für die Vereinigung der Parteien vorgeschlagen, damit in dieser wichtigen Angelegenheit endlich Ordnung und Friede geschaffen werde. Wir hoffen, dass das neue Hadassa-Gesundheits-Departement zu neuen Erfolgen auf dem Gebiete des Gesundheitswesens führen wird, in erster Linie, dass eine einheitliche Organisation des Gesundheitswesens grössere Wirkungskraft bei der Regierung und den Munizipalitäten haben wird. Wir hoffen auch, dass die jüdischen Munizipalitäten wie Tel Aviv, Petach Tikwah usw. den Wünschen des Kongresses entgegenkommen und sich auch die ausreichenden Subventionen der Regierung sichern werden. Was die Munizipalitäten mit gemischter Bevölkerung betrifft, so muss mit den Bedürfnissen der grossen jüdischen Bevölkerung gerechnet werden (Anstellung von Aerzten und Pflegeschwestern und rituelle Verpflegung; siehe Resolutionen B, C und D). Wir sprechen hier nicht von der Zurücksetzung jüdischer Aerzte im allgemeinen, dieses Kapitel gehört in das Gebiet der politischen Kommission des Kongresses. In den Resolutionen E und F ist auf eine wichtige Lücke in der Gesetzgebung Palästinas hingewiesen, auf die Kranken- und Invaliditätsversicherung der Lohnarbeiter. Unsere Kupath Cholim ist eine freiwillige Organisation, die einen schweren Kampf ums Dasein führen muss. Die Dringlichkeit einer Invalidenkasse (siehe Resolution F) ist durch die unmögliche Lage der Invaliden, die meistens Pioniere sind, hinreichend begründet. Die Zukunftsmusik unseres Gesundheitswesens sind die präventive Medizin und die soziale Fürsorge. Wir wollen gemäss der Losung der modernen sozialen Medizin ein Minimum an Therapie und ein Maximum an Prophylaxe. Dazu ist eine Reihe von Fürsorgeanstalten verschiedenster Art notwendig. Ferner müssen Anstalten zum Kampfe gegen die Verbreitung der sozialen Krankheiten, zum Beispiel der Tuberkulose, begründet werden. Diese prophylaktischen Anstalten arbeiten gewöhnlich im engen Zusammenhang mit der sozialen Fürsorge, wie zum Beispiel in Deutschland und Oesterreich. Obwohl wir Juden keine Reparationen zahlen, sind wir doch viel ärmer als die besiegten Völker Europas. Bei Initiative und systematischer Arbeit könnten wir doch unsere soziale Fürsorge ausbauen, denn wir bekommen grosse Hilfe von unseren Brüdern aus Amerika und der übrigen Welt. Es werden schon jetzt grosse Mittel für die Armenhilfe aufgewendet, jedoch leider unsystematisch und unproduktiv. In allen diesen Wohltatigkeits-Institutionen muss System, Ordnung und Sparsamkeit geschaffen werden, dann werden auch unsere therapeutischen und prophylaktischen Anstalten besser arbeiten können. Ich hoffe, dass bei Koordinierung und Systematisierung der Arbeit, die eventuell durch das Hadassa- Departement der Exekutive erfolgen soll, durch eine regelmässige soziale