Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 344 (sequence 482)
- Language
- German, English, Hebrew
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344 Dreizehnte Sitzung. Mittwoch, den 2. August, vormittags. Beginn der Sitzung: 10 Uhr 5 Minuten. Vorsitz: Vizepräsident Motzkin. Vors. Motzkin: Auf der Tagesordnung steht heute die Frage der Jewish Agency, Vor dem Beginn der Verhandlungen werden wir den Bericht der Gesundheitskommission entgegennehmen. Das Wort hat der Vorsitzende der Kommission, Herr Dr. Brutzkus. Dr. J. Brutzkus (Revisionist — spricht deutsch) *. Die Resolutionen der Gesundheitskommission werden an Sie verteilt werden. Als genügende Einleitung kann das Referat des Mitgliedes unserer Exekutive, Miss Szold, dienen, so dass ich mich auf einige Worte beschränken kann, um Ihre Orientierung in den ausführlichen Resolutionen zu erleichtern. Wie Sie aus dem regulären Budget ersehen werden, verwenden wir für medizinische Institutionen ca. 160 000 Pfund, wovon auf die Hadassa allein 1 15 000 Pfund entfallen. Das ist ein grosser Posten, der unsere Aufmerksamkeit verdient. Viele sagen, dass diese Summe zu hoch sei und eine schwere Belastung des zionistischen Budgets darstelle. Wir können mit dieser Kritik übereinstimmen, aber nur unter der Bedingung, dass die Ausgaben für das Gesundheitswesen im allgemeinen nicht vermindert werden. Sie müssen nur vom Budget der Zionistischen Organisation allmählich auf die Budgets der Regierung, der Munizipalitäten, der aligemeinen Krankenkassen und der Gemeinden übertragen werden. Solange bis in Palästina geordnete Zustände eines modernen Kulturstaates geschaffen werden, ist das Gesundheitsbudget der Zionistischen Organisation eine notwendige Hilfsaktion, um unsere Aufbauarbeit zu sichern. Die erste Grundlage einer Gesellschaft ist doch die physische und geistige Gesundheit und Arbeitsfähigkeit des Menschen. Ohne diese Voraussetzung sind wirtschaftliche Erfolge illusorisch; anderseits bringt jeder Todesfall und jeder Krankheitstag ausser Pein und Schmerzen auch einen wirtschaftlichen Verlust. Die Zahl der Todesfälle zu vermindern, die Krankheiten durch Prophylaxe zu verhüten, die Arbeitstüchtigkeit der Menschen zu erhöhen, bleibt die beste Wirtschaftspolitik eines jeden Kulturstaates.