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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 326

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 326 (sequence 464)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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326 12. KONGRESS-SITZUNG: Referate über hebr. Kulturarbeit in der Diaspora der Thorah und Tradition stehen. Ich werde nicht auf die Einzelheiten dieses Kampfes eingehen. Gesiegt haben die Anhänger der Kulturarbeit. Das war beim Kongress in Wien, 1913. Dort kam man zu einem Uebereinkommen über die kulturelle und Erziehungsarbeit in Erez Israel. Alle Gruppen anerkannten damals den Wert der Erziehungsarbeit für die Renaissance-Bewegung. Wir haben die Grundlagen der Erziehungsarbeit in Erez Israel dann sehr weit gezogen, damit sowohl die Anhänger der Thorah und der Tradition als auch der Anhänger der modernen Kultur ihre Ideen durchsetzen könnten. Und als die Arbeiterparteien in Erez Israel wuchsen, entstand eine dritte Strömung in der Erziehungsarbeit, die sich auch in das gemeinsame Programm einfügte. Diese Strömung begann, ihre Schulen auf den Grundlagen des sozialistischen Ideals zu errichten. Das allgemeine Programm wurde aber von allen angenommen. Das Uebereinkommen auf dem Wiener Kongress schuf die Möglichkeit, eine gemeinsame Arbeit in Erez Israel zu leisten, die zu sehr schonen Resultaten geführt hat. Wir befinden uns jetzt wiederum in einem Stadium der Enttäuschung. Auch jetzt hält man nicht viel von den grossen Hoffnungen, man kommt immer mehr zu der Ansicht, dass die Zionistische Organisation sich wieder mit der geistigen Vorbereitung der Generation zu befassen hat. Jetzt, wo unsere Hauptaufbauarbeit, die Vorbereitung der politischen Bedingungen für diesen Aufbau, einer anderen Körperschaft übergeben wird, entsteht ein leerer Raum in der Zionistischen Organisation. Dieser leere Raum ist mit nichts anderem als mit der kulturellen Arbeit auszufüllen. Aber nicht deswegen sind wir Leiter der Tarbuth-Bewegung mit der Forderung zum Kongress gekommen, dass die Kulturtätigkeit in das offizielle Programm aufgenommen werde. Wenigstens für mich war das nicht der Grund. Als wir beim Wiener Kongress zu einem Programm über die Vereinheitlichung der Kulturarbeit in Erez Israel gelangten, haben wir uns gesagt, man dürfe nicht verlangen, dass die ailweltliche Zionistische Organisation auch die Kulturarbeit in den Galuthländern übernimmt. Diese Arbeit sollte unserer Ansicht nach von den zionistischen Landesorganisationen durchgeführt werden, da in jedem Lande andere Verhältnisse herrschen und man diese Arbeit nicht vereinheitlichen kann. Seit dem erwähnten Wiener Kongress sind aber viele Jahre verstrichen, und vieles hat sich geändert. Vor dem Kriege waren die inneren und äusseren Bedingungen einer breiten kulturellen Arbeit nicht günstig, insbesondere in Russland, wo doch die Anfänge einer hebräischen Kultur bestanden. Auch die kulturellen Verhältnisse waren ungünstig. Ausser in Polen hatten sich die Juden in den verschiedenen Gebieten Russlands einer Sprache, einer Kultur, der russischen, angepasst. Diese Assimilation hatte ein solches Mass erreicht, dass ein so grosser Jude wie Dubnow sagen konnte, dass der Teil der jüdischen Nation, der

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