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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 318

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 318 (sequence 456)
Language
German, English, Hebrew
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318 11. KONGRESS-SITZUNG: Debatte über die Palästina-Referate Remez, ich verstehe, dass die Frage des Solei Boneh ein wunder Punkt für Sie ist. (Zwischenrufe: Nein, für die Zionistische Organisation. Halten Sie Loyalität! Wir haben auch nicht von American Commonwealth gesprochen.) Ich habe das Wort Solei Boneh nicht in die Debatte gebracht. (Zwischenruf: Ihr wisst gar nicht, was der Solei Boneh ist. Weitere Zwischenrufe.) Und jetzt zu dem Vorwurf, dass wir uns der Arbeitslosigkeit gegenüber nachlässig und feige benommen haben und dass wir nur unter dem Drucke der Arbeiterpartei vorgegangen sind. Es besteht ein Unterschied zwischen irgend einer Gruppe ausserhalb der Exekutive und der Exekutive selbst. Leute, welche ausserhalb der Exekutive stehen, arbeiten mit Bleistift und Papier oder mit ihren Stimmen. In dieser Weise bereiten sie Pläne vor. Die Pflicht der Exekutive aber ist es, diese Pläne zu revidieren und — dann beginnt erst ihre wirkliche Arbeit — sie durchzusetzen. Ich werde Ihnen ein Beispiel geben. Ich weiss genau, man wird darin eine Beleidigung erblicken, obwohl es durchaus nicht so gemeint ist. Sie wissen alle, dass zur Zeit des Basler Kongresses gewisse Gruppen oder Parteien eine ganz einfache Lösung der Arbeitslosigkeit in Palästina hatten: man sollte einen Aufruf zur Sammlung von 200 000 Pfund erlassen. Ich nahm die Verantwortung auf mich, diesen Vorschlag abzulehnen. Dann war ein zweiter Vorschlag, Miss Szold, die die Absicht hatte, nach Amerika zu reisen, sollte dort 365 000 Pfund für die Ansiedlung von Arbeitern sammeln. Auch diesen Plan lehnten wir ab, aus dem einfachen Grunde, weil es ganz aussichtslos war, auf diese Weise Geld zu beschaffen. Es kamen dann in Palästina neue Vorschläge vor uns. Es war unsere Pflicht, wie sie es einer jeden Exekutive gewesen wäre, diese Pläne zu prüfen. Wir haben es getan. Denn es kann nicht die Pflicht einer Exekutive sein, Pläne zu akzeptieren, ohne sich zu überzeugen, ob sie gut und durchführbar sind. Unsere eigentliche Arbeit war aber, diese Pläne auch durchzuführen. Wir hatten hierzu zwei nicht leichte Aufgaben zu erledigen. Zuerst hatten wir die Regierung zu bekehren. Meine Herren, es ist das erste Mal gewesen, dass die Regierung bei der Bekämpfung der jüdischen Arbeitslosigkeit eingegriffen hatte. Und das haben wir durchgesetzt. Wir wissen besser als Sie, wie schwer es war. Und dann kam die Geldfrage. Meine Herren, wirkliches Geld ist von eingebildetem wohl zu unterscheiden. Ich erinnere mich, wie man beim vorigen Kongress versuchte, die Einnahmen der Zionistischen Organisation zu erhöhen. Man setzte einfach anstatt 500 000 Pfund 600 000 Pfund ein und glaubte dadurch um 100 000 Pfund mehr zu haben. A.ber wir, die wir die schwere Verantwortung trugen, das Geld, wirkliches Geld, bares Geld zu beschaffen, wissen, wie schwer es ist.

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