Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 316 (sequence 454)
- Language
- German, English, Hebrew
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316 II. KONGRESS-SITZUNG: Debatte über die Palästina-Referate teilzunehmen. Heute abend und morgen früh sollen sämtliche Kommissionen mit ihrer Arbeit fertig werden. Ich ersuche im Namen des Präsidiums sämtliche Delegierten, heute abend und nacht und morgen früh den Kommissionsitzungen beizuwohnen. H. Sacher (Exekutive — spricht deutsch): Baraz hat die Exekutive unter anderem beschuldigt, dass sie die Kolonisten so behandelt, wie es die Administration des Barons tat. Ich gebe zu, dass eine gewisse Aenderung in der Haltung der Exekutive dem Kolonisten gegenüber vorgekommen ist. Die Kolonisten waren gewöhnt, in der Exekutive als den Leiter der Kolonisationsabteilung einen ihrer Kameraden zu finden. Ich beschuldige meinen Vorgänger nicht, aber wir sind nicht Mitglieder irgendwelcher Parteien. Wir sind nicht Vertreter der Arbeiterschaft oder des Misrachi in der Exekutive und vertreten auch nicht die allgemeinen Zionisten, und deswegen sind wir gezwungen, jedes Problem nur von einem Standpunkt zu beurteilen: vom Standpunkt des allgemeinen zionistischen Interesses, wie wir es auffassen. Deswegen haben von Zeit zu Zeit die Kolonisten eine Aenderung in der Auffassung ihrer Probleme in der Abteilung für Kolonisation gesehen. Idh sehe darin keine Beschuldigung. Eine andere Beschuldigung von Baraz war, dass wir in bezug auf En Chaj oder die Jemeniten das eine oder das andere nicht ausgeführt habei, was unsere Vorgänger versprochen hatten. Zu jener Zeit, als unsere Vorgänger dieses ganz billige Versprechen abgaben, hatten sie Geld und haben es nicht erfüllt. Wir hatten das Geld nicht. Sie müssen verstehen, dass wenn eine Exekutive mit einer sehr begrenzten Summe Geldes dasteht und eine unbegrenzte Menge von Problemen zu lösen hat, sie eine Wahl treffen muss. Ich kann Ihnen die Versicherung geben, in der Wahl zwischen den Problemen haben wir nie einen anderen Standpunkt gehabt als das allgemeine Interesse des Zionismus. Wir haben nie einen Parteistandpunkt betreten und einen Unterschied gemacht zwischen Arbeitern, Misrachi und allgemeinen Zionisten. (Zwischenruf: Das stimmt nicht.) Jeder Mensch ist frei zu beurteilen, ob wir die Wahl richtig getroffen haben. Aber es war keine Parteiwahl. (Zwischenruf: Aber Sie haben die Jemeniten ganz ausgeschlossen.) Und jetzt eine andere Beschuldigung des Herrn Baraz. Wir haben nicht den Frieden zwischen den Arbeitgebern und dem jüdischen Arbeiter gebracht und wir haben es nicht durchgesetzt, dass unsere Kolonisten nur jüdische Arbeiter beschäftigen. Herr Baraz hat zugegeben, dass dieser Kampf seit 25 Jahren geführt wird. Warum glaubt er, dass wir das, was unsere Vorgänger in 23 Jahren nicht durchführen konnten, in