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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 314

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 314 (sequence 452)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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314 11. KONGRESS-SITZUNG: Debatte über die Palästina-Referate des Budgets zu ermöglichen; wir haben es nicht getan und müssen deswegen unsere eigene Schuld bekennen. Was erwarten wir von unserem Erziehungswerk in Palästina? Gewiss träumen wir von einer Schule, in der alle Strömungen des Judentums zum Ausdrucke kommen, einer Schule, die eine Synthese all dieser Strömungen bedeutet. Aber einstweilen müssen wir mit der Wirklichkeit rechnen. Heute gibt es keine Einheitsschule, wir haben drei Richtungen und sie alle haben das Recht, die Autonomie für sich in Anspruch zu nehmen. Auf dieser Basis steht auch die Exekutive. Es ist böse Absicht, wenn man sagt, die Exekutive habe die Autonomie dadurch angetastet, dass sie dem Misrachi habe verbieten wollen, zwei Stunden mehr zu geben. Kein Mensch nimmt dem Misrachi das Recht, den Glauben und die Tradition zu verteidigen, aber wir werden nicht gestatten, dass eine Richtung den Glauben als ihr Monopol beansprucht. Wenn mehr Stunden für Talmud verlangt werden, bin ich die erste, die zustimmt; aber das darf nicht auf Rechnung der anderen Schulen geschehen. Auf der einen Seite kürzt man Stunden, weil das Budget nicht ausreicht, der Misrachi aber verlangte und bekam zwei Stunden mehr als in den allgemeinen Schulen. Der Misrachi erklärt, er sei für Talmud und jüdische Fächer. Gut — aber weshalb soll eine Partei für ihre Kinder mehr bekommen als eine andere? Der Misrachi sagt, er erhalte nicht alle Stunden von der Exekutive bezahlt, er sammle besondere Gelder dafür. Die Exekutive kämpft seit langem gegen die Sondersammlungen, und auch ich bin gegen sie. Ohne solche Fonds, die ihr sammelt, während wir für unsere Schulen zu sammeln kein Recht haben, könntet ihr keine Stunden geben. Ihr habt kein Recht, unwahre Gerüchte über unsere Schulen auszusprengen, an denen Lehrer wirken, die die hebräische Schule geschaffen haben. (Unruhe.) In der Erziehung darf es keine Politik geben. Man darf nicht die Exekutive beschuldigen, sie habe für die Renaissance der hebräischen Kultur zu wenig getan. Konnte sie etwas Ganzes schaffen, wenn man dreissig Jahre hindurch nichts für die Kultur tat und wenn die ganze Organisation gar nicht daran dachte, dass Palästina das geistige Zentrum des Judentums werden solle? Der Zionismus hat für die Verbreitung der Sprache gar nichts getan. Der Waad Halaschon, der für die weitere Entwicklung der Sprache so bedeutsam ist, hat auch das geringfügige Budget, das er benötigt, nicht erhalten. Für jüdische Kunst, für die hebräische Literatur wurde nichts getan. Wir stehen vor dem Eintritt in die Jewish Agency, und viele fürchten diese Verbindung. Ich kenne auch den Grund: Unser Gewissen ist nicht rein, wir haben die Grundlage des Zionismus verlassen, das Schwimmen gegen den Strom hat aufgehört, wir haben uns angepasst und haben die Prinzipien verraten, auf denen unsere Bewegung ruhte. Wenn wir wirklich zu einem geistigen Zentrum gelangen wollen, müssen wir unseren Weg ändern, müssen die Möglichkeit suchen, finan-

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