Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 299 (sequence 437)
- Language
- German, English, Hebrew
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Baratz 299 der Exekutive standen. So gibt es Jemeniten, die im Lande schon seit zwanzig Jahren verschiedene Leiden ertragen, ohne Landwirtschaft, ohne Kolonisation, ohne Wohnung. Die vorige Exekutive hatte diesen Jemeniten versprochen, sie anzusiedeln. Es wurden Pläne ausgearbeitet, Geldsummen versprochen. Die gegenwärtige Exekutive hat es aber nicht für richtig gefunden, diesen Versprechungen nachzukommen, und nicht verstanden, dass man nicht zulassen darf, dass diese Familien der Jemeniten, die seit zwei Jahrzehnten Hunger leiden und verzweifelt sind, noch weiter leiden und das Vertrauen zu den Personen vollständig verlieren, die an der Spitze der Exekutive stehen. Ferner spricht Herr Sacher davon, dass die Beziehungen zwischen den Kolonisten und den Arbeitern im letzten Jahre sich gebessert haben. Entspricht dies der Wirklichkeit? Wir kennen doch die Konflikte, die sich in der letzten Zeit ereignet haben. Die Ereignisse von Petach Tikwah sind noch allen bekannt. Wir führen genau wie vor 25 Jahren denselben Kampf, den Sie Klassenkampf nennen. Er drückt sich darin aus, dass wir bei den jüdischen Kolonisten Arbeit verlangen. 25 Jahre führen wir diesen Kampf, und was haben wir bisher erreicht? Sie sollten nicht nur die Zahl der jüdischen Arbeiter, die in diesen Kolonien beschäftigt sind, berücksichtigen, Sie sollten nicht ausser acht lassen, wie sehr die Landwirtschaft sich an diesen Stellen entwickelt hat, welcher Reichtum dort angehäuft wurde und wieviel nichtjüdische Arbeiter dort beschäftigt sind, während Hunderte jüdischer Arbeiter beschäftigungslos sind, Hunderte Jünglinge und Mädchen, Ihre Kinder und Söhne, die durch den Zionismus beeinflusst wurden und nach Erez Israel gegangen sind und nun die minimale Forderung stellen, dass man ihnen Arbeit gibt. (Zwischenruf Lawi: Man soll bei dieser Gelegenheit den Delegierten des Misrachi Herrn Gesundheit erwähnen, der auf seinem Boden nur arabische Arbeiter beschäftigt.) Welchen Einfluss hat die zionistische Exekutive auf diese Kolonien ausgeübt? Welchen Einfluss hat die Exekutive in Chederah in bezug auf die Orangerien der A. P. C. ausgeübt, in denen so viele Arbeiter beschäftigt werden, darunter aber so wenig Juden? Und bei einem solchen Zustand zu sagen, dass wir viel erreicht haben, entspricht nicht der Wahrheit. In dem Bericht der Exekutive ist die Rede von Verträgen mit den landwirtschaftlichen Siedlungen. Die Angelegenheit der Verträge ist eine sehr populäre Sache in der zionistischen Welt. Man hat davon schon beim Basler Kongress viel gesprochen. Jeder Tourist, jeder Zionist, der ins Land kommt und eine landwirtschaftliche Siedlung besucht, wusste von dieser Angelegenheit und wusste, dass es zwei Körperschaften gibt, auf der einen Seite die zionistische Exekutive, die Verträge verlangt, auf der andern Seite die Ansiedler, die sich weigern, Verträge zu zeichnen, sich nicht binden und die Lage nicht berücksichtigen wollen. Ist es wirklich so? Sind denn wir nicht daran interessiert, dass wir nicht in der Luft hängen.