Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 298 (sequence 436)
- Language
- German, English, Hebrew
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298 11. KONGRESS-SITZUNG: Debatte über die Palästina-Referate geschrieben. Ich glaube nicht, dass man sich eines solchen Verhaltens rühmen sollte. Ich halte es im Gegenteil für rühmenswert, dass Miss Szold in gewissen Fällen doch in der Oeffentlichkeit erschien und vor ihr auch wirklich das richtige, das beruhigende Wort fand. Ich kann in den zwanzig Minuten, die mir zur Verfügung stehen, nicht auf alle Fragen eingehen, die im Bericht von Herrn Sacher berührt wurden. Ich will mich auf die Fragen beschränken, die die Kolonisation betreffen. Die Exekutive wiederholt immer wieder, dass sie hier Ordnung geschaffen hat, dass ihr Hauptziel die Konsolidierung der Siedlungen war, die nun schon vor mehreren Jahren gegründet wurden. Ich will die Bedeutung dieses Ziels nicht gering einschätzen. Hat die gegenwärtige Exekutive aber dieses Ziel erreicht? Hat sie diesen Weg überhaupt beschritten? Hat sie die Konsolidierung der Siedlungen herbeigeführt, ja hat sie nur auch etwas für die Konsolidierung der Kolonien getan? Es lohnt sich, einige Beispiele anzuführen. Eines der charakteristischsten wurde schon wiederholt in der Presse erwähnt, ich weiss aber nicht, ob alle, die hier im Kongress sitzen, die palästinensischen Zeitungen lesen. Es handelt sich um die Siedlung En Chaj, die schon seit fünfzehn Jahren existiert und die schwierigsten Situationen durchgemacht hat, besonders in den schweren Jahren des Krieges. Die Siedler mussten die verschiedenen schweren Stadien durchhalten, die jede landwirtschaftliche Siedlung in Palästina erlebt. Man kannte die Verhältnisse des Ortes nicht genügend, hatte die Bodenverhältnisse nicht erkundet und musste einen Plan ausarbeiten, der den lokalen Bedürfnissen angemessen war. Schliesslich kam ein solcher Plan zustande, und man fand einen Weg, der zur Konsolidierung führen konnte. Das landwirtschaftliche Departement der jetzigen Exekutive anerkannte diesen Plan als den einzig richtigen. Man fand, dass diese Siedlung, die in der Pflanzungszone liegt, nicht von den Wirtschaftszweigen allein leben könne, die sie bis jetzt hatte, und dass Pflanzungen angelegt werden sollten und müssten. Das Landwirtschaftsdepartement war mit der Anlage der Pflanzungen einverstanden. Auch der Keren Kajemeth erklärte sich bereit, eine Zisterne anzulegen. AJles war bereit, die Pflanzung wurde angelegt. Das Pflügen wurde schon durchgeführt. Es hat nur eines gefehlt: die Durchführung der Irrigation. Man sollte Röhren legen, um das Wasser der Zisterne für die Bewässerung der Bäume auszunützen. Man brauchte für die Anlegung dieser Röhren einen sehr geringen Betrag. Dieser Betrag wurde nicht hergegeben, und bis heute werden die Orangenpflanzungen durch Fässer bewässert. Wer eine Ahnung von dieser Arbeit hat, weiss, was das bedeutet und zu welchen Resultaten man bei einer solchen Bearbeitung gelangen kann. Als diese Exekutive und das neue landwirtschaftliche Departement ihre Posten übernommen hatten, lagen sehr wichtige Anfänge und fertige Pläne vor. Eigentlich sollte sie doch den Versprechungen nachkommen, die durch die Personen gemacht wurden, die vor ihnen an der Spitze