Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 282 (sequence 420)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476286--7432-3483580- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
282 10. KONGRESS-SITZUNG: Debatte über Keren Kajemeth und Keren Hajessod welche Gründe mich zu meinem Entschluss bestimmt haben. Wir sind zu einem zionistischen Kongress geladen worden. Wo ist er? Wir sollten über die Jewish Agency diskutieren und sind vor ein fait accompli gestellt worden (Unruhe). Wir haben alle gehört, wie der Präsident der Organisation uns selbst gebeten hat, keine Zeit damit zu verlieren, dass w r Details diskutieren, sondern einfach die Sache anzunehmen oder abzulehnen. Wir sind da, um eine Komödie zu spielen. (Unruhe. Rufe: Das ist eine Entweihung des Kongresses! Auch Nordaus Tochter soll nicht so reden!) Vorsitzender Präsident Sokolow: Wir haben im Präsidium beschlossen, Frau Maxa Nordau das Wort zu einer persönlichen Erklärung zu erteilen. Ich nahm an, sie wolle über persönliche Dinge sprechen und nicht über die Jewish Agency. Es ist mir sehr unangenehm, aber es ist Pflicht des Vorsitzenden, die Rednerin auf die Regeln des Kongresses aufmerksam zu machen. Jetzt kann über die Agency nicht gesprochen werden. Delegierte Maxa Nordau: Ich wurde als Delegierte gewählt und habe das Recht, im Namen der tunesischen Juden zu sprechen, die wie ich denken. (Starke Unruhe im Saal, Beifall bei den Revisionisten.) Es tut mir leid, aber ich muss über die Frage der Agency sprechen, ich habe eine persönliche Erklärung abzugeben. Vizepräsident Motzkin: Ich glaube, dass das, was Frau Nordau sagen will, nur im Rahmen der Debatte über die Agency gesagt werden kann. Eine „persönliche Erklärung" kann ein Delegierter abgeben, wenn er persönlich beleidigt wurde und in seiner eigenen Sache sprechen will. Ich glaube nicht, dass Sie persönlich beleidigt wurden. Darum schlage ich dem Präsidenten vor, dass Sie jetzt nur persönlich sprechen und in der Debatte über die Agency Ihre Meinung darüber sagen. (Unruhe im ganzen Saal.) Delegierte Maxa Nordau: Also gut, man soll nicht über die Agency sprechen, weil man wahrscheinlich fürchtet, dass ich etwas gegen die Agency sagen werde. (Langandauernde Unruhe im ganzen Saal. Schlussrufe.) Ich verlangte das Wort zu einer persönlichen Erklärung über eine Frage, die mich persönlich interessiert. (Gelächter. Rednerin erklärt sich schliesslich bereit, in der Debatte über die Agency das Wort zu verlangen.)