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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 272

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 272 (sequence 410)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476286--7422-3483570
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272 10. KONGRESS-SITZUNG: Referat über Jewish Agency und Keren Hajessod geschaffen werden, als dass das Geld Jahr für Jahr für Zwecke ausgegeben wird, die zwar an sich notwendig sind, zur Schaffung von dauernden Werten aber nicht führen. Wichtiger als diese Gründe der Propaganda sind aber die Gründe, die in der Natur der Sammlungen überhaupt liegen. Sammlungen für öffentliche Zwecke stehen zwar im allgemeinen Empfinden der Menschen auf einem weit höheren Niveau als Sammlungen für Einzelpersonen. Aber Sammlungen für öffentliche Zwecke sind ein ausserordentliches Hilfsmittel, das an sich ausserhalb der normalen Methoden der Geldaufbringung und Kapitalbeschaffung liegt. Oeffentliche Sammlungen sind damit der Gefahr unzweckmässiger Verwendung ausgesetzt. Eine unzweckmässige Verwendung liegt aber bereits dann vor, wenn Gelder für zwar an sich nützliche und zweckmässige, aber nicht unbedingt notwendige Zwecke ausgegeben werden. Denn nur für unmittelbare Notwendigkeiten des öffentlichen Lebens hat man das moralische Recht, die Oeffentlichkeit in Anspruch zu nehmen, namentlich, wenn dies in einem so grossen und starken Masse geschieht wie beim Keren Hajessod. Die Verwendung von Sammlungen für notwendige und nicht nur nützliche Zwecke erscheint aber ganz besonders dann gesichert, wenn die Sammlung Zwecken zugeführt wird, deren Notwendigkeit durch Schaffung dauernder wirtschaftlicher Werte nachgewiesen wird. Die letzten 30 Jahre jüdischer Geschichte zeigen so eine unlösbare Einheit zwischen zionistischer Aufklärungsarbeit im Galuth, Aufbau des Jüdischen Nationalheims in Palästina und Zusammenfassung der Judenheit im Palästina-Gedanken. Auf dieser Einheit soll sich eine breite geeinte Front palästinensischer Arbeit entwickeln. Ihre Grundlage werden die Ideen sein, die im Keren Hajessod ihren ersten, zunächst unvollkommenen organisatorischen Ausdruck gefunden haben: Gleichberechtigung aller, die zur Mitwirkung bereit sind. Bereitsein aller Gleichberechtigten zur Leistung. Mass der Leistung: die im Keren Hajessod bereits bewiesene Opferwilligkeit von Zionisten und Nichtzionisten. Gesinnung und Tendenz der Leistung: der Respekt vor dem neuen Bürger der jüdischen Zukunft im Lande. Verwendung der Gelder im Geiste des neuen Palästina. Keine Bevormundung im Sinne der alten Philanthropie, sondern gleichberechtigtes von gegenseitigem Respekt erfülltes Zusammenwirken. Wenn der Zionist sich gewöhnt, den Keren Hajessod im Lichte dieser Entwicklung zu sehen, so wird er bich stets bewusst sein, dass die Arbeit für den Keren Hajessod nicht nur ein Fordern oder Betteln um Gaben, aber auch nicht nur ein Einziehen freiwillig versprochener Steuern ist, sondern im echten Sinne des Wortes Mitwirkung am Aufbau Palästinas, Teilnahme an einer innerjüdischen Aufklärungsarbeit mit der Richtung auf ein jüdisches Palästina der Zukunft, Arbeit an der Wiedervereinigung der jüdischen Welt im Palästina-Gedanken. Die Repräsen-

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