Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 271 (sequence 409)
- Language
- German, English, Hebrew
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Hantke 271 allmählich gelingen wird, Privatkapitalien für eine solche Hypothekenbank flüssig zu machen, so wird der Keren Hajessod Kapital und Dividende zu garantieren haben. Landwirtschaftliche Kolonisation grossen Stils, Sesshaftmachung von Arbeitern und Kleinbauern ohne Keren Hajessod ist so lange eine Utopie, als Kolonisation überall — in den ersten Immigrationsländern der Welt wie im wirtschaftlich geschulten Europa — tatkräftigste und freigebigste Unterstützung staatlicher Instanzen erfordert. Bis jetzt gehören übrigens von den rund 1 100 000 Dunam, die Juden gehören, Privatpersonen erst 325 000 Dunam, also erst 30 Prozent. Und unter diesen privaten Bodenbesitzern sind nicht wenige, die auch heute noch mit einem rein geschäftlichen Kredit nicht auskommen. Diese Erscheinungen sind nun einmal mit der Landwirtschaft verbunden. Ein Kolonisationsfonds kann aber nur dann mit Erfolg gesammelt werden, wenn er gleichzeitig die Bedürfnisse des Erziehungswesens, des Sanitätswesens, der Immigration so weit befriedigt, dass nicht jedes dieser Aufgabengebiete ihm als Sammlungskonkurrent entgegentritt. Wir brauchen daher nationale Kapitalien und als deren Träger zentrale Fonds. Ein von den Fragen der Organisation des Keren Hajessod abliegendes Thema ist die Frage der Verwendung der Gelder. Sie ist in der Vorbereitung der Beschlüsse des Kongresses und in der Ausführung Sache der zionistischen Exekutive bezw. der Exekutive der Jewish Agency. Die Frage der Verwendung der Gelder findet daher in den Berichten des Keren Hajessod-Direktoriums keinen Platz. Auf dieses Thema mag daher nur in einem einzigen Sinne eingegangen werden. Die Verwendungszwecke der Keren Hajessod-Gelder zerfallen naturgemäss in Ausgaben, aus denen wirtschaftliche Werte entstehen, die allmählich einen in Geld ausdrückbaren Betrag ergeben und in solche Ausgaben, welche wirtschaftliche Ergebnisse zwar vorbereiten, bei denen diese Folgen aber niemals in Geld messbar werden. Zu der ersten Kategorie gehören die Ausgaben für die wirtschaftliche Kolonisation, für Gründungen wirtschaftlicher Unternehmungen auf dem Gebiete der Industrie und des Handels. Zur zweiten Kategorie gehören die Ausgaben für das Schulwesen und überhaupt für alle Zweige des Erziehungswesens, für das Sanitätswesen, für Immigration und anderes. Die Verteilung der Ausgaben auf diese beiden Kategorien von Verwendungszwecken erfolgt bisher rein zufällig und nach momentanen Bedürfnissen. Bereits die Propaganda für den Keren Hajessod erfordert es aber, dass ein möglichst grosser Teil der Keren Hajessod-Gelder für Ausgaben der Kategorie 1 verwendet wird. Denn der Spender, der Jahr für Jahr dem Keren Hajessod erhebliche Beträge gibt, empfindet eine grössere Befriedigung darin, dass mit dem Gelde dauernde Werte wie landwirtschaftliche Siedlungen oder industrielle Unternehmungen