Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 273 (sequence 411)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476286--7423-3483571- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Hantke 273 tanten des Keren Hajessod sind so die vornehmsten Träger der Propaganda für Palästina geworden. Wer die jüdische Oeffentlichkeit zu den grossen Spenden bewegen will, die nun einmal der Keren Hajessod mit P.ücksicht auf die Bedürfnisse des Palästina-Aufbaus und sein ungestümes Tempo fordern muss, der muss Palästina als die Verkörperung der stärksten Aktivität im Judentum, aber auch als das neutrale Symbol der Einheit aller Juden zeigen — der muss vor seinen Hörern das Palästina der Zukunft erstehen lassen, in dem ein freies Volk in freier Entwicklung auf der Grundlage seines klassischen Altertums und in der Sprache seiner Väter als ein gleichberechtigtes Glied der modernen Geisteswelt von neuem den Versuch macht, seinen Beitrag zur Entwicklung der Humanität in die Bücher der Geschichte einzutragen. Das ist das Gegengift gegen den Willen zur Auflösung, gegen den Wunsch nach Assimilation an andere unter Aufgabe der eigenen Art, gegen den Verzicht auf das Primat des Judentums im Leben des Juden. Wir Zionisten wissen, dass das nicht der ganze Zionismus ist. Aber es ist Legung von Grundsteinen für das jüdische Nationalheim in Palästina. Es ist Mitarbeit an dem Programm, das wir in der Balfour-Deklaration besitzen, das auf dem Zionismus basiert, und über ihn hinaus zur Zusammenfassung aller jüdischen Kräfte für Palästina führt, wie der glückliche Enkel, auf die entsagungsvolle Arbeit der Ahnen gestützt, von ihrem Idealismus erfüllt, den Aufstieg in eine glücklichere und sorgenfreie Zukunft antreten kann. Wir Zionisten sind uns wohl bewusst, dass dem Ideenaufbau des Keren Hajessod Schranken gesetzt sind. Seine Arbeit hat ein einziges Ziel; Geld. Jedes andere Ziel ist ihm versagt. Er schafft nicht die Männer und trauen, die das Land als Pioniere aufbauen. Er löst nicht selbst die Probleme der Landwirtschaft, der Industrie, des Handels. Er entscheidet weder über die Fragen der Erziehung der Jugend noch über dit* Probleme des Gesundheitswesens. Er ordnet nicht den Einwanderer ein in das allgemeine Leben des Landes. Er schafft nur für alle diese Arbeiten die finanziellen Voraussetzungen. Er ist kein konkurrierendes Organ weder für die Zionistische Organisation noch für die Jewish Agency. Aber er ist ihr Instrument und so dürfen seine aktiven Mitarbeiter, die Präsidenten der zionistischen Bewegung, die Mitglieder der Exekutive, seine Delegierten und Sekretäre, die Mitglieder seiner Komitees überall in der Welt, alle, die ihm den Maasser zahlen, alle die, welche, dea schweren innern Kampf siegreich durchkämpfend, trotz allen notwendigen Ansprüchen des jüdischen Lebens, der Familie, des Berufs, der allgemeinen Interessen Palästina geben, was ihm gehört — so dürfen sie alle, Zionisten und Nichtzionisten, sich von dem Bewusstsein getragen fühlen, dass sie alle in ihrer Gesamtheit, Reiche und Arme, das Fundament für alles Neue in Palästina legen: für Einwanderung von Chaluzim, für Entwicklung des Bodens, für Industrie und Handel, für Gesundheit und Erziehung, für staatsbürgerliches Leben in unserm Lande! (Lebhafter Beifall.)