Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 259

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 259 (sequence 397)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3476254-3476286--7409-3483557
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Sacher 259 Kolonien in Angriff genommen worden, für deren Fertigstellung keinerlei Mittel existierten. Das Aeusserste was die Palästinaexekutive in dieser Lage hoffen durfte, war, das Bestehende bis zu dem Augenblick zu erhalten, wo Mittel für Fertigstellung und Konsolidierung der Siedlungen aufgebracht werden könnten. Die Schwierigkeiten der Exekutive vergrößerten sich durch die teilweise oder vollkommene Missernte in einer grossen Reihe von Siedlungen im letzten Jahre. Die Palästinaexekutive vermochte in der Tat die bestehenden Siedlungen aufrecht zu erhalten und einen kleinen, einen sehr kleinen Schritt zu ihrer Konsolidierung zu machen. Man muss verstehen, dass eine Politik der Gründung zahlreicher Siedlungen, deren Fertigstellung sich dann über eine Reihe von Jahren ausdehnt, die Kolonisten zu Leiden und die Zionistische Organisation zu finanziellen Verlusten verurteilt. Es ist die dringendste Aufgabe der Organisation, die bestehenden Siedlungen fertig zu machen, und nach Ansicht der Palästinaexekutive sollte diese Aufgabe jeder anderen vorangehen. Als Folge der Missernte standen die Kolonisten vor der Unmöglichkeit, den Zehnten zu zahlen. Diese Frage wurde von der Palästinaexekutive aufgegriffen, und es gelang ihr, von der Regierung beträchtliche Hilfsmassnahmen zu erreichen. Die Besteuerungsfrage gehört zu den Lebensfragen der Kolonisation. Es ist die anerkannte Politik der Regierung, an Stelle des Zehnten und der anderen Besteuerungen der Landwirtschaft eine einheitliche Landsteuer zu setzen. Offenbar hängt alles vom Charakter dieser einheitlichen Landsteuer ab. Die Palästinaexekutive hat keine Gelegenheit vorübergehen lassen, um der Regierung die ihr vorschwebenden gesunden Prinzipien einer Steuerreform in Palästina vorzustellen. Die Palästinaexekutive hat eine umfassende Uebersicht über die bestehenden Siedlungen und eine genaue Schätzung über die Kosten der Konsolidierung für jede einzelne Siedlung aufgestellt. Es scheint uns gelungen zu sein, gewisse Ersparnisse durchzuführen, so dass die Kosten zukünftiger Kolonisation wesentlich herabgesetzt werden können. Der XV. Kongress legte der Palästinaexekutive die Verpflichtung auf, die Verträge mit den Siedlungen bis zum 1. Mai 1928 abzuschliessen. Dies ist der Palästinaexekutive nicht gelungen. Die Beschäftigung mit der Frage wurde durch meine wiederholten und langen Reisen nach Europa im ersten Jahre unserer Amtszeit erheblich verzögert. Im letzten Jahre wurde die Frage allerdings aktiv behandelt. Das Problem ist ein doppeltes: Trotz einem gegenteiligen Versprechen hat die Histadruth die Statuten der Kwuzoth in einer Form registrieren lassen, die von der Palästina-Exekutive nicht vorher gebilligt worden war und uns nicht akzeptabel erscheint. Es wurden lange Verhandlungen über die Verbesserung dieser Statuten geführt. Es schien in einem gewissen Augenblick, als wenn mit den Vertretern der Siedler eine Verständigung erzielt worden sei. Aber dann wurde diese Verständigung der allgemeinen Organisation der Siedler

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.