Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 258 (sequence 396)
- Language
- German, English, Hebrew
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258 10. KONGRESS-SITZUNG: Bericht der Palästina-Exekutive bisher keine greifbaren Resultate errungen wurden, ist Grund zu der Annahme vorhanden, dass diese Ansicht vom wirklichen Charakter einer Eisenbahnpolitik ständig Boden gewinnt. Die Palästinaexekutive hat jüngst dem Eisenbahndirektorium ein diesbezügliches Memorandum unterbreitet und erhielt die Einladung, einer Sitzung des Direktoriums beizuwohnen und dort ihre Ansichten zu vertreten. Von allen Problemen des Jischuw, mit denen die Palästinaexekutive zu tun hatte, war keines so schwer und drohend wie das der Arbeitslosigkeit. Es gab 7—8000 Arbeitslose und ausserdem eine grosse Reihe mittelloser Personen, die nicht zu den arbeitenden Klassen gehörten. Wenigstens zwei grosszügige Vorschläge zur Lösung des Arbeitslosenproblems wurden der Exekutive gemacht: Der eine ging dahin, durch einen Appell £ 200 000 aufzubringen, der andere, man solle die Aufbringung von £ 365 000 zwecks Ansiedlung der Arbeitslosen auf dem Lande versuchen. Beide Vorschläge wurden zurückgewiesen, wenn aus keinem anderen Grunde, so schon deshalb, weil nicht die leiseste Hoffnung auf Aufbringung einer derartigen Summe bestand. Die Ansicht der Palästinaexekutive in dieser Frage ging dahin, dass die Lösung dieser Frage nicht Pflicht der Exekutive allein sei und nicht von ihr allein gelöst werden könne, sondern dass neben der Exekutive eine Reihe von anderen Faktoren beteiligt werden müssten, wie die anderen in Palästina arbeitenden Organisationen, die Regierung und der Jischuw selbst. Die Pica, die Palestine Economic Corporation und der Keren Kajemeth, letzterer teilweise unter dem Einnuss der Palästinaexekutive, beteiligten sich in der Tat an der Lösung des Problems. Für die Regierung war es etwas Neues, sich mit dem Arbeitslosenproblem zu beschäftigen, und hierfür ist die Zionistische Organisation zum Teil selbst verantwortlich. Es gelang der Palästinaexekutive die Regierung dazu zu überreden, dass sie einen Teil der Verantwortung auf sich nahm, und in dieser Beziehung gebührt ein spezieller Dank Lord Plumer, der diese Frage zu seiner persönlichen Angelegenheit machte. Die Zionistische Organisation als solche brachte für diesen Zweck erhebliche Mittel auf. Langsam wurde der Jischuw dazu gebracht, seine Verantwortlichkeit und seine Fähigkeit zur Beteiligung an der Lösung des Arbeitslosenproblems zu verstehen. Es ist einfache Gerechtigkeit, hier daran zu erinnern, dass ohne die unermüdlichen Anstrengungen der Histadruth nur wenig hätte erreicht werden können. Heute gibt es keine wirkliche Arbeitslosigkeit mehr in Palästina, und obwohl diese glückliche Lösung in weitem Umfang der natürlichen wirtschaftlichen Entwicklung zu verdanken ist, kann die Palästinaexekutive einigen Anteil an der Lösung des Problems für sich in Anspruch nehmen. Auf dem Gebiete der Kolonisation hatte die Palästinaexekutive die schwere Bürde einer verfahrenen Situation zu tragen. Kaum eine der bestehenden Kolonien war fertig gestellt, und in den letzten Monaten vor Beginn der Tätigkeit der neuen Exekutive war eine grosse Reihe neuer