Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 253 (sequence 391)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sokolow 253 Nun kommen wir zu einer andern Haskarah, die wir nach jüdischer Sitte begehen werden. Wir nannten stets unsere Märtyrer, welche für uns gestorben sind, die für uns ihrem irdischen Leben ein Ende gesetzt haben, um im Geiste in unserer Erinnerung weiter zu leben, Kedoschim, Heilige. Nicht Heilige sind es, über die uns aus grauer Vergangenheit in der Form von Legenden erzählt wird, sondern Heilige, die der zionistische Kongress heilig spricht als Brüder und Schwestern, die in der russischen Verbannung gefallen sind in Erfüllung ihrer zionistischen Pflicht. So starben die Zionisten: Salman Gurewitsch, Berta Lewin, Salomon Feldmann, Jizchak Dienerstein, Zwi Lusgur, Jakob Moschejew, Abraham Spiehlke, Arieh Eiger, Prof. Salomon Feldmann, Moscheh Pertnau, Frieda Ebentoff, Samuel Braunstein, Seew Pinkowski, Jizchak Weissmann, Elieser Gollub, Jizchak Braslawski, Siba Dernowska, Rachel Schermann, Sonja Katz. Sie alle waren treue Anhänger unserer Bewegung und mussten deswegen in den Kerkern Sibiriens und Russlands ihr Leben lassen. Sie leben mit uns weiter, wirken mit uns weiter und die Erinnerung an sie wird ein Ansporn bleiben, das Gedenken ihrer grossen nationalen Tätigkeit wird währen. Eingeschrieben wird ihr Name sein in die Tafeln der jüdischen Wiedergeburt. Für uns lebten sie, für uns haben sie ihr Leben hingeopfert. In letzter Stunde erhielten wir die Kunde — sie wurde bereits mitgeteilt — vom plötzlichen Ableben unseres Freundes und Mitarbeiters Samuel Tschernowitz, des hebräischen Schriftstellers, bekannten Publizisten und Generalsekretärs des Waad Leumi in Erez Israel. Er war einer derjenigen, welche den Zionismus in die Tat umsetzten, und seine journalistische Tätigkeit, die er schon früher mit grösstem Erfolg ausgeübt hat, setzte er dort fort, nach allen Richtungen arbeitend, für den Keren Hajessod und Keren Kajemeth, führend in unserer hebräischen Presse in Erez Israel. Einer unserer Besten, Rabbiner Israel Aba Zitron in Petach- Tikwah, ist von uns gegangen. Sein Andenken sei gesegnet! Soeben erhielten wir die Nachricht vom Ableben eines berühmten jüdischen Philanthropen, der in dem Lande, wo er wohnte, in England, viel Gutes getan und dem jüdischen Namen viel Ehre gebracht hat. Bernhard Baron, bekannt in weiten Kreisen der Bevölkerung als neuer, wirklich grosser Philanthrop. Auch unserer Sache hat er Aufmerksamkeit und Interesse gewidmet. Sein Name ist verknüpft mit manchem grossen Werk in Palästina. Ich habe aus der leider sehr langen Liste viele Namen nicht verlesen, weil es die Wichtigkeit unserer Arbeit nicht zulässt, die beschränkte Zeit zu sehr in Anspruch zu nehmen. Es ist dies keine Geringschätzung, jene Namen sind uns ebenso teuer und lieb, wie die Namen, die ich genannt