Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 367)
- Language
- German, English, Hebrew
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Klee, Thursz 229 wir uns etwa vorstellen, dass einem völlig hebraisierten Palästina ein assimiliertes Judentum in der Diaspora gegenüberstehen sollte. Es bestebt die Gefahr, dass nicht nur faktisch, sondern geistig zwei Sprachen gesprochen werden, zwischen denen es kaum Brücken der Verständigung gibt. Diese Gefahr kann bei zielbewusster Arbeit in der Jewish Agency vermieden werden, wenn es uns gelingt, die nichtzionistischen Führer im Judentum mit unserer Arbeit vertraut zu machen und uns näherzubringen. So werden die Uebergänge gemildert und statt der schroffen Gegensätzlichkeit Verständnis hervorgerufen werden. Vielleicht kommt dann auch der Tag, wo jeder jüdische Student einen Teil seiner Studienzeit in Jerusalem verbringt; wo in Jerusalem ausgebildete Lehrer in der gesamten Diaspora wirken und die Bindungen zwischen dem neu entstehenden Volljudentum in Erez Israel und den Juden der übrigen Welt immer enger werden. Ich glaube, wir sollten am heutigen Tage an unsere neue Arbeit mit jenem Optimismus herangehen, mit dem wir, als wir zum ersten Male in Basel zusammenkamen, unser grosses, herrliches Ideal vor aller Welt deklarierten. (Lebhafter Beifall.) Del. Jonathan Thursz (Marokko — spricht französisch): Ich glaube, dass ich der einzige Redner bin, der sich am Kongress der französischen Sprache bedient. Leider hat Marokko kein Recht, hier eine lange Rede zu halten, und ich muss mich damit begnügen, Ihnen ein kurzes Expose unserer Tätigkeit zu geben. Wir sind dazu gekommen, ein Exekutivkomitee zu bilden, das in Verbindung mit der Zionistischen Weltorganisation und den verschiedenen Fonds steht. Dieses Komitee umfasst Juden aller Richtungen. Unsere Beziehungen zu den Repräsentanten der Alliance Israelite Universelle sind harmonisch. Ich bin glücklich, Ihnen das sagen zu können, weil die Meinung vorherrscht, dass die Alliance Israelite Universelle unsere Bewegung in Marokko bekämpft. Das entspricht nicht der Wahrheit. Trotz den politischen Schwierigkeiten, denen unsere Bewegung in Marokko begegnet, wurden diesmal die Kongresswahlen laut den Instruktionen der zionistischen Exekutive durchgeführt. Ich habe Ihnen eine Reihe von Bemerkungen unserer Wahlkommission zu übermitteln: „Die Kommission bedauert, dass sich die zionistische Exekutive veranlasst sah, Marokko für die Kongress wählen mit dem Elsass (Strassburg) und Luxemburg zusammenzuschliessen, mit Ländern, mit welchen wir keine Beziehungen unterhalten. Sie hofft, dass in der Zukunft die ,Wahlgemeinschaften' aus Ländern, die einander näher liegen und mehr Gemeinsames haben, zusammengesetzt werden.