Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 224 (sequence 362)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476286--7374-3483522- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
224 8. KONGRESS-SITZUNG: Generaldebatte 750 000 Pfund kritisch besprochen werden. Auch ich bin der Meinung, dass das zu wenig ist und dass wir der Agency einen neuen grosszügigen Plan vorlegen müssen. Darüber werde ich in der Palästinadebatte sprechen. Jetzt noch zwei Bemerkungen zur Jewish Agency: Del. Hindes hat hier gegen das imperative Mandat gesprochen. Ich möchte vor dieser Haltung warnen. Denn dadurch würde die zionistische Bewegung und der Kongress zerstört. Wenn die zionistischen Vertreter keine feste Direktive vom Kongress erhalten, wird der Streit der Fraktionen in die Agency verlegt, und der Kongress verliert seine Existenzberechtigung. Der Kongress aber muss bleiben, so lange wir keinen jüdischen Staat in Erez Israel haben. (Beifall.) Es werden vielleicht Zeiten kommen, wo die Nichtzionisten zu Zionisten werden. Für diese Zeiten müssen wir sorgen, das ist unsere Aufgabe. Das zweite wichtige Moment ist die Alijah und Hachscharah und die Mittel hierfür. Wenn ihr zur Jugend kommt, aber nur mit Tarbuth, ohne sie mit Erez Israel zu verbinden, so könnt ihr das Ziel nicht erreichen. Die Hachscharah und Alijah, welche uns die Menschen zum Aufbau des Landes vorbereiten soll, muss in zionistischen Händen bleiben. Ich schlage daher vor, das Hachscharah und Alijah in der Hand der Zionistischen Organisation bleiben und die Summen dafür durch unsere Hand gehen sollen. Wir sind noch stets durch jeden neuen Versuch, den wir gemacht haben, grösser geworden. Als Herzl auftrat, kamen viele neue Menschen zu uns, zur Zeit der Balfour-Deklaration war es ebenso, nach der Erteilung des Mandats ebenso. Auch jetzt in der Jewish Agency werden wir neue Menschen bekommen, von denen ein grosser Teil bei uns bleiben wird, der Teil, der unsere Gedanken versteht. Das ist die neue Epoche, welche die Jewish Agency bringt. Wie wir uns schützen sollen, damit der Kongress uns erhalten bleibt, darüber haben wir zu beraten. (Beifall.) Dr. Max Soloweitschik (A C, Radikaler — spr. jüdisch): In der kurzen Zeit, welche den Rednern jetzt zur Verfügung steht, lassen sich nur wenige Probleme und auch diese nur in aller Kürze behandeln. Ich will mich zunächst mit der Rede von Weizmann beschäftigen und zwar mit seiner zweiten. Was Weizmann über unsere Interventionsmöglichkeiten in der Sache der Zionistenverfolgungen in Russland gesagt hat, war symptomatisch für seine ganze Politik. Man kann kaum weniger staatsmännisch reden, als er es getan hat. Es ist eine falsche Politik, in dir Oeffentlichkeit über das Mass seiner eigenen Kräfte so zu sprechen. Man muss wohl seine Kräfte kennen, aLer ob man darüber in dieser Weise reden soll, ist eine grosse Frage. Ueberdies irrt sich Dr. Weizmann hier wi<» so oft in seiner Abschätzung unserer Kräfte. Allen ist wohl noch