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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 220

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 220 (sequence 358)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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220 8. KONGRESS-SITZUNG: Generaldebatte die zionistische Exekutive selbst resigniert von dieser Position. Sehen Sie doch nur, was in Erez Israel vor sich geht! Wenn die zionistische Exekutive machtlos ist, verhandeln die Arbeiter direkt ohne sie, über sie hinweg. Die Industriellen tun dasselbe, die Poale-Zion kommen direkt nach London und schaffen ein Bureau. Warum war das früher nicht? Weil die Exekutive die Arbeit nicht tut (Beifall), vieles vernachlässigt und dann von uns Loyalität verlangt. Gewiss eine richtige Forderung, aber wir verlangen Loyalität und Verständnis auch für die Opposition. Eine Opposition solltet Ihr nicht als Feinde betrachten. Ihr solltet von uns in den Regierungskreisen nicht Unwahrheiten verbreiten. (Beifall.) Wenn Ihr eine Regierung seid, die von uns Loyalität verlangt, und wenn Ihr klug seid und nicht eifersüchtig, müsst Ihr mit uns die Verbindung aufrecht erhalten. Es gibt Dinge, die Ihr nicht tun könnt und die wir tun können. Ihr habt Euch aber von uns abgeschlossen. Ihr wollt bei der englischen Regierung den Eindruck schaffen, dass es nur eine Gruppe gibt, und wollt sie nicht auf die Möglichkeit vorbereiten, dass auch andere Gruppen bestehen, die nicht als minderwertige Menschen zu betrachten sind und die eventuell eine Exekutive bilden können. Ich komme zur letzten und schwersten Frage, der Frage der Agency, der Frage unserer Zukunft und Eurer Zukunft. Ich will zunächst der vergiftenden Legende ein für allemal ein Ende machen, dass wir Revisionisten die Mitarbeit der Nichtzionisten nicht wollen. Nein, wir wollen sie, wir schätzen sie, wir begrüssen sie, wir wollen zusammenarbeiten, aber dort, wo man zusammenarbeiten kann. Und unser Weg war ein richtiger und vorsichtiger Weg. Nicht einer von extremen, wie Sie es darstellen, sondern von vorsichtigen Menschen. Wir haben gesagt, die Nichtzionisten sind uns fremd, ihre Welt, ihre Mentalität ist uns fremd. Wenn wir uns bei der konkreten Arbeit treffen, wenn wir arbeiten werden in Dingen, in denen es keine Reibungen gibt, wenn wir auf dem ökonomischen Gebiet etwas schaffen, hätten wir allmählich in der Masse der Nichtzionisten Menschen gefunden, mit denen man weitergehen kann. Vielleicht hätten wir einen Weltkongress schaffen können. Ihr aber stürzt uns rücksichtslos in ein Abenteuer. Wir haben Euch gewarnt und gebeten und haben unsere Argumente vorgebracht und uns an allen Euren Beratungen beteiligt, weil wir eine Möglichkeit suchten; alles hat nichts genützt. Und heute habt Ihr uns vor eine fertige Tatsache gestellt. Die Konstitution der Agency habt Ihr uns erst gestern gegeben, die Herren sind schon eingeladen, und Ihr verlangt, dass wir rasch ja oder nein antworten. Ich frage Euch, ob Ihr, die Ihr den Zionismus so verwässert habt, die Ihr uns seit zehn Jahren von einem Fehler zum anderen führt, wenn es uns schon schwer fällt mitzuarbeiten, nicht einsehen könnt, dass wir das Schicksal des Zionismus nicht in die Hände solcher geben können, die wir nicht kennen, die aber ehrlich sagen, dass sie keine Zionisten, keine Nationaljuden sind und dass sie keinen Judenstaat wollen.

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