Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 357)
- Language
- German, English, Hebrew
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Grossmann 219 es nicht. Und ebenso ist es mit den Munizipalitäten, den Schulen. Der Unterschied in dem Verhalten gegenüber arabischen und jüdischen Institutionen ist himmelschreiend, und keiner merkt etwas. Vor mir liegen charakteristische Dokumente. Wir wissen, dass wir in Erez Israel viel importieren, dass wir Kaufleute sind. Aber die Dokumente sind nur englisch und arabisch gedruckt. So sieht Ihr Kampf für die Hebraisierung aus. Das ist der Kampf für die Grundprinzipien des Mandates. Vor unseren Augen wird unser Recht gestohlen und auf Schritt und Tritt vernichtet. Wir sprechen immer von der Geschäftstüchtigkeit und dem Rationalismus unserer Exekutive. Gibt es denn einen grösseren Unsinn, als von dieser Tribüne zu proklamieren, dass wir Geld brauchen, um eine Landreserve zu schaffen? Habt Ihr schon gesehen, dass eine Organisation, die Land erwerben will, die eine Landreserve aus gekauften Böden und mit Geld schaffen will, dies im voraus öffentlich ankündigt? So kann man ein Land nicht bauen, wenn die Menschen, bei denen man kauft, gezwungen ist, zu kaufen, es voraus wissen, und man kann von einer Regierung nicht Land fordern, wenn man gebundene Hände hat, wenn man nicht nur Land kauft, sondern es auch noch ankündigt. Die Regierung wird dann fragen: wie könnt ihr fordern, wenn ihr ohnedies fortwährend kauft? Von Jahr zu Jahr, von Kongress zu Kongress spricht der Führer der Bewegung zwei- oder dreimal und immer sagt er Euch: Ihr allein seid gar nichts, Ihr allein habt keine Menschen, Ihr könnt keinem Führer etwas geben, Ihr 300 Delegierten, mit mir steht Ihr, mit mir fallt Ihr. Und diese Legende, die geschaffen wird von einem Mann, der sie für sich selbst schafft, müssen wir als eine Beleidigung, als eine Degradierung, als eine Erniedrigung eines jeden Delegierten, der da sitzt, ablehnen. Und wir sind tief davon überzeugt (nach links gewendet), dass auf der Seite, wo Ihr sitzt, und auf der rechten Seite und im Zentrum genug Menschen sind, die die Organisation weiter führen können. Und Ihr habt von uis Revisionisten eine Antwort verlangt, ob wir die Verantwortung übernehmen. Ich sage Euch in unserem Namen: Für uns gibt es keine Alternative, wir sind nicht nur bereit zu kritisieren, sondern, wenn wir vom Kongress beehrt werden, werden wir die Verantwortung für die Geschäfte der Zionistischen Organisation sofort übernehmen. (Lebhafter Beifall und Widerspruch.) Ich will mich auf zwei Fragen von grösster Wichtigkeit beschränken. Es ist die Frage der politischen Arbeit und die revisionistische Stellung zur Agency. Herr Dr. Weizmann hat es für nötig befunden, in seinem Manifest vor der separatistischen politischen Arbeit zu warnen, die einzelne Gruppen machen. Heute — ich weiss nicht, was morgen sein wird — hat die Zionistische Organisation die Prärogative. Das ist das Ideal unserer Organisation, eine einheitliche Front und eine Vertretung zu haben. Aber