Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 221 (sequence 359)
- Language
- German, English, Hebrew
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Grossmann, Fishman 221 Wir haben mit schwerem Herzen, in vielen Stunden der bittersten Entscheidung, aus Patriotismus für Erez Israel und in Anbetracht aller Möglichkeiten, die noch kommen können, in unserer revisionistischen Fraktion einstimmig beschlossen, dieses Abenteuer mit Euch nicht mitzumachen, nicht in die Agency zu gehen, unsere Leute nicht dazu herzugeben. Und da Ihr, meine Herren von der Exekutive und von der Mehrheit, die Abmachung unterschrieben habt, haben wir das Gefühl, dass wir schon auf okkupiertem Gebiet leben. Wir können und wollen aber aus diesem Gebiet nicht auswandern. Wir bleiben in der Zionistischen Organisation, weil wir trotz allem glauben, dass es den Versuch lohnt, diese Organisation weiter aufrechtzuerhalten, diese Festung des nationalen Gedankens zu erhalten, und weil wir gemeinsam mit Euch die Arbeit in der Zionistischen Organisation fortsetzen, unsere Energie den Institutionen geben, unseren Weg durchkämpfen wollen und uns bemühen, zu verhindern, dass die ganze Zionistische Organisation ein Anhängsel der Jewish Agency wird. Wir wollen gewisse Prärogativen für diese Organisation, gewisse Formen, gewisse Tätigkeitsgebiete für die zionistische Bewegung erhalten. Meine Freunde, wir haben Euch gestern zum letzten Male vor einem schweren Schritt gewarnt und auf die Gefahr hingewiesen. Ich habe keine Worte mehr und nicht mehr die Kraft und will nicht mehr warnen. Ich will Euch aber bitten, im Interesse von Erez Israel, im Interesse weiterer Perspektiven, im Interesse der Zusammenarbeit mit Menschen, die bisher mit Euch gegangen sind: Zieht uns nicht den Boden unter den Füssen weg, geht in die Jewish Agency, wenn Ihr wollt, helft uns aber dabei vorzusorgen, dass es, wenn Ihr enttäuscht zurückkommen müsst, etwas gibt, wohin man zurückkommen kann. (Beifall.) Jacob Fishman (A. C. — spricht jüdisch): Nach dem, was Grossmann hier gesprochen hat, müsste man Gott danken, dass die Revisionisten beschlossen haben, wenigstens in der Organisation zu bleiben. Bevor er aber diese Erklärung abgegeben hat, hat er gesagt, er wisse nicht, was morgen sein wird. Es ist nicht das erste Mal, dass die Revisionisten nicht wissen, was in bezug auf ihre Politik morgen sein wird. Herr Grossmann hat die Exekutive eingeladen, sich mit den Revisionisten in Verbindung zu setzen, weil sie zur Politik etwas beitragen können, nicht die Revisionisten sollen zur Exekutive kommen, sondern umgekehrt. Die Exekutive soll die Revisionisten fragen, welche politischen Pläne sie haben! Das ist der Schwerpunkt der ganzen Opposition. Jene, die die Verantwortung selbst nicht tragen wollen, möchten, dass andere zu 100 Prozent verantwortlich sind. Die Sache von der Jewish Agency ist für die Revisionisten nur eine Ausrede. Stehen sie nicht schon seit den letzten sechs bis acht Jahren mit einem Fuss ausser-