Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 181 (sequence 319)
- Language
- German, English, Hebrew
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Fischer 18! empfinden, und es wäre sehr verfehlt, wenn wir uns gerade in diesem Moment einem Gefühl der Schwäche hingeben würden. Ich habe keine Furcht vor den Juden. Man hat auch die Frage aufgeworfen, ob die anderen Herren nicht daran interessiert sein werden, die Zionistische Organisation zu unterdrücken. Das ist ein Irrtum. Das Gegenteil ist richtig. Die anderen sind an einer starken Zionistischen Organisation interessiert. Ohne starke Zionistische Organisation hat die Jewish Agency keine Seele und keinen Sinn. Ob wir eine genügende Sicherung sein werden, darüber wird bereits dieser Kongress zu entscheiden haben. Wir müssen als eine geschlossene Gruppe von gleichge.innten Menschen auftreten. Und wir werden überh?upt und bei der Besetzung der Posten für die Agency im besondern zu beweisen haben, was für uns entscheidend ist: der Parteigeist oder das zionistische Interesse. Nun habe ich Ihnen etwas zu sagen, was mich vielleicht wieder unpopulär machen wird. Als ich einmal in Karlsbad von dieser Tribüne hinunterging, sagte mir ein Freund, der inzwischen gestorben ist: Sie verstehen es immer, in der Minorität zu sein, warum tun Sie das? Ich wollte ihm nicht antworten, dass ich stolz darauf bin, und werde auch heute nicht so antworten. Aber, ich bin kein Parteimann. Ich habe auf den Kongressen den Sitzungen des Zentrums nicht beigewohnt. Erst beim letzten Kongress sah ich mich dazu gezwungen und auch da habe ich die Meinung vertreten, dass in dem Dreierkollegium der palästinensischen Exekutive ein Linker Platz nehmen kann. Wogegen ich — aber das mit aller Entschiedenheit — bin, ist, dass die Stellen bei uns vom Parteistandpunkt aus besetzt werden. Wir haben eine Exekutive zu wählen. Ich bin gegen eine Koalition. Nun höre ich, dass die Exekutive sich bereits auf Koalitionsmöglichkeiten eingelassen hat. Das ist verkehrt, durchaus verkehrt. Tun Sie das nicht! Wir müssen konsequent sein. Wenn man die Leitung nicht mehr der Mitte übergeben will, so müssen die beiden Flügel die Leitung übernehmen. Wenn wir ein Parlament sind, müssen wir auch nach parlamentarischen Gesetzen handeln. Die heutige Lage erfordert ein Entweder — Oder. Aber eines müssen wir wissen, wie auch der Entschluss wegen der Exekutive ausfallen mag: Wir treten in eine Periode ein, wo Einigkeit nicht bloss ein Wort sein darf. Es wird von unserem Zusammenhalten abhängen, ob wir als Organisation jene Arbeit werden leisten können, welche das Geschick uns auferlegt hat. (Beifall.) Dr. Schmarja Levin (A.C. — spricht jüdisch): Ich kann begreifen, dass man warnt, kann auch begreifen, dass man pessimistisch ist und sich in Prophezeiungen ergeht. Aber in dieser Debatte hat mich eine Erscheinung merkwürdig berührt: