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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 94

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 94 (sequence 232)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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94 3. KONGRESS-SITZUNG: Generaldebatte nach Jerusalem geschrieben habe, um sich Material zu besorgen, ob es wirklich in der letzten Zeit Verhaftungen und Verfolgungen in Russland gegeben hätte, und auf Grund dieses Materials würde sie ihre Bemühungen einleiten. Das war acht Jahre nach den ersten Massenarresten russischer Zionisten. Das ist gewiss beschämend. Es sind wieder Monate vergangen und es ist nichts geschehen. Meine Damen und Herren, ich wundere mich, dass gerade politische Zionisten ein aktuelles Moment übersehen. Es beginnen gerade jetzt die Verhandlungen um die Wiederanknüpfung der diplomatischen Beziehungen zwischen England und Russland. Ich bin der letzte, der sich einredet, dass in diesen Verhandlungen zwischen Russland und England diese Dinge eine grosse oder auch nur eine fünfte Rolle spielen können. Ich betrüge mich auch nicht darüber, dass solche Verhandlungen, wenn sie überhaupt geführt werden, von der Arbeiterregierung auf der Grundlage der gegenseitigen Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der beiden Länder geführt werden. Aber für die zionistische Weltorganisation ist das kein Grund, zu übersehen, dass dies gerade der Moment ist, den wir nicht ungenutzt vorübergehen lassen dürfen. Und nun zur Palästinapolitik. Wir haben aus dem Bericht von Prof. Weizmann, an dem wir, ich persönlich und meine Freunde, in diesem Augenblick nur sehr ungern Kritik üben, da wir wissen, wie die politische Arbeit durch die Abwesenheit Prof. Weizmanns erschwert wurde, gehört, dass wirklich auf gewissen Gebieten der politischen Arbeit wichtige Erfolge erzielt wurden. Es handelt sich besonders um die Gebiete der öffentlichen Arbeiten, des Schulbudgets und auch zum geringeren Teil des Sanitätsbudgets. Aber mit der Anerkennung des zum Teil Erreichten ist es nicht getan. Gerade der Umstand nämlich, dass wir auf diesen Gebieten Teilerfolge zu buchen hatten, zeigt uns, was wir erreichen könnten, wenn wir dieselbe systematische und fortdauernde Arbeit auf alle Gebiete unseres tagtäglichen Interesses übertragen könnten, die unser Leben in Palästina bestimmen. Wir haben die Unterhandlungen über alle diese Dinge nach der Weizmannschen Methode „suaviter in modo, fortiter in re", mit Würde und Ruhe, aber fest in der Sache, die wir zu vertreten haben, geführt, und wir haben doch diese Erfolge erzielt. Das zeigt uns, was zu erreichen wäre, wenn wir heute zu einem Ausbau und zu einer systematischen Führung unserer politischen, besonders der wirtschafts- und administrationspolitischen Aktionen kommen könnten. Es lässt sich nicht leugnen, dass heute lange noch nicht alles glatt ist, insbesondere im Verhältnis der Administration zur Bevölkerung Palästinas. Erst eben ist bei uns ein Telegramm eingetroffen, das berichtet, es gäbe schon wieder Anfänge zu arabischen Bauten am Kotel Maarawi, welche wieder eine starke Erregung unter den Juden Jerusalems hervorrufen. Wenn sich hier wieder einmal das Spiel um den sogenannten Status quo wiederholt, von dem schon Prof. Rappard in der Mandatskommission

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