Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 223)
- Language
- German, English, Hebrew
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Brodetsky, Berlin 85 Nach einer kurzen Geschäftsordnungs-Debatte wird beschlossen, die Nominierung der Mitglieder des Resolutionsausschusses vom Permanenzausschuss vornehmen zu lassen und dann die Wahl durchzuführen. Die Sitzung wird um 1 7 Uhr 30 Min. unterbrochen. Um 20 Uhr 10 Minuten wird die Sitzung wieder aufgenommen. Vors. Motzkin: Wir werden sogleich in die Generaldebatte über die Vorträge, die Sie hier gehört haben, eingehen. Das Kongress-Präsidium hat beschlossen, folgenden Modus einzuführen: Erstens werden sämtliche Fraktionen und Landsmannschaften, die mindestens sechs Mitglieder zählen, zu Wort kommen, und zwar Fraktionen mit je einer Stunde, Landsmannschaften mit je 40 Minuten; dann folgt ein zweiter Turnus mit der halben Zeit und schliesslich vollkommene Redefreiheit. Ich bitte Sie zu beschhessen, dass Anträge auf Verlängerung der Redezeit nicht eingebracht werden können. (Der Antrag des Präsidiums wird mit Akklamation angenommen.) Präs.sSekretär Dr. N. M. Gelber verliest eine Reihe von Begrüssungen. Die Generaldebatte Meir Berlin (A. C, Misrachi — spricht jüdisch): (Zwischenrufe: „Ivrith!") Es tut mir leid, nicht hebräisch zu sprechen, aber bei diesem Kongress stehen wir theoretisch vielleicht dort, wo wir vor dreissig Jahren gestanden sind. Da kann man nur jüdisch und noch nicht hebräisch sprechen. Auf der Schwelle des Ueberganges zu einer neuen Epoche in unserer zionistischen Arbeit hat der Führer unserer Weltorganisation, Präsident Dr. Weizmann, zugegeben, dass noch nicht alles so ist, wie es sein sollte. Unter dem, was wir erreicht haben und was Dr. Weizmann zufriedenstellt, steht die Frage der Wirtschaft und des Schulwesens. Ich weiss nicht, ob die Regierung uns auf dem Gebiete des Schulwesens mehr gegeben oder ob die Exekutive auf diesem Gebiete weniger verlangt hat als auf dem Gebiete der Arbeit. Für uns Misrachisten ist der Chinuch und seine Unterstützung durch die Regierung noch lange nicht zufriedenstellend; doppelt traurig ist aber, dass daran vielleicht die Exekutive ebenso schuld ist wie die Regierung. Dr. Ruppin hat gesagt, dass das grösste Unglück, das zum Untergang des Judentums führt, ist, dass die Juden immer mehr und mehr den religiösen Glauben und das traditionelle Leben verlassen. Unser Stand-