Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 222)
- Language
- German, English, Hebrew
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84 3. KONGRESS-SITZUNG: Generaldebatte Lebensauffassung und Weltanschauung geben, die sie jetzt nicht haben. Das haben wir vernachlässigt, und das ist die wichtigste Arbeit des Propaganda-Departements, welches ich vorschlage. Es sind noch einige technische Fragen von Wichtigkeit zu erörtern, wie die Heranziehung der Frauenorganisationen und Jugendorganisationen, die wirklich zionistische Schöpfungen sind und jetzt nicht in enger Beziehung mit uns stehen. Wir müssen auch die Frage der Kongresswahl untersuchen, wie schon Herr Gronemann richtig erwähnt hat. Wir haben die Kongresswahlen nach einem sehr logischen Prinzip organisiert, aber dieses Prinzip passt für Deutschland und für Polen, aber nicht für England und Amerika (Beifall). Fragen Sie doch die Kongressmitglieder, welche aus diesen Ländern kommen, in denen fünf Millionen Juden leben, wie viel Mühe sie hatten, um den Juden in England und Amerika das Wahlrecht zu erklären. (Lebhafte Zwischenrufe.) Die Frage ist zu wichtig, um über sie zur Tagesordnung überzugehen. Ich stelle keine Anträge, sondern ich weise nur auf die Wichtigkeit der Probleme hin und darauf, dass sie behandelt werden müssen. Noch eines ist von Bedeutung: Die Disziplin der verschiedenen Gruppen in der Partei muss wieder hergestellt werden. Vom Standpunkte der Politik und vom Standpunkte der Finanzen müssen wir Zionisten verstehen, dass von höchster Wichtigkeit die Arbeit ist, die wir als Gesamtorganisation leisten, nicht die, welche wir als Teile der Organisation leisten. Das müssen wir jetzt, auf diesem Kongress, entgültig entscheiden. Was ich hier gesagt habe, ist nicht neu. Es sind alte Dinge, welche alle verstehen und welche in unserem zionistischen Leben fehlen. Für mich ist das Hauptproblem, eine neue zionistische Generation zu haben, welche die Arbeit mit uns und nach uns leisten kann. Wir müssen mit unseren Kräften, mit dem, was möglich ist, rechnen. Die Vorschläge, welche von der Exekutive vorgelegt werden, sind sehr bescheiden, doch wir glauben, dass sie praktisch sind, und hoffen, dass der Kongress sie annehmen, dass die Zionistische Organisation stärker werden und dass die zionistische Propaganda die Juden der ganzen Welt erfassen wird. (Lebhafter Beifall.) Vorsitzender Motzkin: An die beiden Referate, die wir soeben gehört haben, sollte sich sofort die Generaldebatte anschliessen. Mit Rücksicht auf die Erklärungen von bestimmten Fraktionen hat jedoch das Kongresspräsidium beschlossen, die Generaldebatte erst in der nächsten Sitzung zu beginnen. Die Sitzung wird daher auf punkt 8 Uhr vertagt. Vorher soll jedoch statutengemäss noch der Resolutionsausschuss gewählt werden.