Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 202)
- Language
- German, English, Hebrew
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64 2. KONGRESS-SITZUNG: Bericht uncl Zukunftsprogramm der Exekutive Der Erwerb einer beträchtlichen Landreserve ist in der Tat eine Angelegenheit von eminenter und dringender Wichtigkeit. Diese Frage muss in den Vordergrund unseres Aufbauprogramms gestellt werden, zusammen mit der lang geschuldeten Konsolidierung unserer bestehenden Siedelungen, worüber ich schon gesprochen habe. Diesen zwei dringerden Aufgaben muss eine dritte an die Seite gestellt werden: die Stärkung der ökonomischen Lage des jüdischen Arbeiters. Mittel müssen und können gefunden werden, die dem jüdischen Arbeiter einen gesicherten und ständigen Markt für seine Arbeit schaffen, ohne dass er den Lebensstandard opfern muss, auf den zu verzichten er sich mit Recht weigert. Wir müssen den jüdischen Arbeitern helfen, sich auf dem Lande unter Bedingungen anzusiedeln, die ihnen die Ausnutzung des Bedarfs an jüdischer Arbeit in Kolonien und Pflanzungen ermöglicht. Wir müssen den Apparat für die ordnungsgemässe Absorbierung jüdischer Arbeiter in der Industrie und für die friedliche Beilegung von Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern verbessern. Wir müssen beharren auf unserer gerechten Forderung, dass eine entsprechende Zahl jüdischer Arbeiter in der Regierung, in städtischen Unternehmungen und im Dienste der verschiedenen Departements verwendet werden. Wir müssen auf weitere soziale Gesetzgebung drängen, damit die Arbeitsbedingungen in Palästina sich den allgemeinen in zivilisierten Ländern üblichen annähern. Nur durch diese Mittel können wir hoffen, den Ansprüchen der jüdischen Arbeiter gerecht zu werden, die dem jüdischen Volke durch ihre standhafte Ausdauer in den vergangenen schweren Jahren so wesentliche Dienste leisteten, wie wir nur durch Stärkung der Position des jüdischen Arbeiters und dadurch, dass wir ihm den Zugang zu entsprechender Beschäftigung ermöglichen, einen dauernden und ständig wachsenden Strom jüdischer Einwanderer nach Palästina sicherstellen können. Dies sind drei der im Vordergrunde stehenden und dringlich unsere Aufmerksamkeit erfordernden Probleme. Aber die Zeit ist gekommen, wo wir über die unmittelbare Zukunft hinausblicken können und uns fragen müssen, ob wir nicht gut daran täten, ein langfristiges Programm für unsere konstruktive Arbeit auszuarbeiten, das einen stetigen und systematischen Fortschritt in einer Periode von vielen Jahren sichern würde. Als Material für solch ein Programm haben wir einmal die instruktive Erfahrung der vergangenen Dekade und die Ergebnisse, die in dem Bericht der Joint Palestine Survey Commission niedergelegt sind. Die Beendigung der Periode der