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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 44

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 44 (sequence 182)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476286--7194-3483342
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44 2. KONGRESS-SITZUNG: Referat über die Bedeutung Palästinas dem wir uns historisch verbunden fühlen und das alle ins Unterbewußtsein gesunkenen jüdischen Gefühle wieder aktiviert, in einem Lande, in dem unsere Kinder von frühester Jugend an die Sprache der Bibel sprechen und ihren Geist durch sie formen, kann ein jüdisches Leben entstehen, das stark genug ist, die Wirkungen fremder Kulturen zu überwinden und darüber hinaus warmes jüdisches Blut auch in die Adern der Diaspora zu fördern. Das Palästinaproblem Aber damit, dass wir Zionisten die Errichtung einer nationalen jüdischen Heimstätte in Palästina als den einzigen Ausweg aus den Gefahren ansehen, ist das Problem praktisch noch nicht gelöst. Die Zahl der Juden in Palästina beträgt heute nur 160 000, d. h. nur 1 Prozent aller Juden der Welt. Wir können zwar mit Stolz sagen, dass Palästina, das vor drei Jahrzehnten bei den Juden der Welt nur als Chalukkaland bekannt war, das nur zu nehmen aber nichts zu geben bereit war, inzwischen eine andere Einschätzung erfahren hat. Palästina ist heute materiell zwar noch der nehmende, aber ideell bereits in hohem Masse der gebende Teil geworden. Die Leistungen der kleinen Schar von Juden in Palästina auf dem Gebiet der Landwirtschaft, der Industrie, der hebräischen Sprache und Literatur, des Theaters, der Musik, haben die Aufmerksamkeit und die Hochschätzung der Juden in der Diaspora auf sich gezogen. Aber es ist klar, dass die Leistungen Palästinas nicht die notwendige grosse Resonanz und Wirkungsbreite haben können, wenn sie nur von einem Häuflein von 160 000 Juden getragen werden. Ich habe seit zehn Jahren wiederholt meiner Ueberzeugung Ausdruck gegeben, dass es bei einer ernsthaften Kraftanstrengung der ganzen Judenheit möglich ist, die Zahl der Juden in Palästina in den nächsten 10—15 Jahren auf eine halbe Million und in weiteren 10—15 Jahren auf eine Million zu bringen. Hierbei spreche ich natürlich von solchen Juden, die gemäss den ökonomischen Bedingungen Palästinas in Landwirtschaft und Industrie, das heisst in der Produktion der Güter, in einem viel höhern Masse tätig sind, als es bei den Juden in der Diaspora der Fall ist. Wenn es uns gelingt, in den ersten Jahren 1000 Familien jährlich mit Hilfe des Keren Hajessod in der Landwirtschaft anzusiedeln und diese Zahl allmählich auf 2000—3000 jährlich zu steigern, so können wir in 20—30 Jahren 50 000 Familien, d. h. eine Viertelmillion Seelen, in der Landwirtschaft haben. Das liefert uns, wenn wir gleichzeitig auch der Industrie durch Kredite zu Hilfe kommen, die Grundlage, um eine Million Seelen in wirtschaftlich gesicherten Positionen unterzubringen. Es war ein grosser Nachteil für unsere kolonisatorische Arbeit in Palästina, dass wir nie einen Plan auf lange Sicht machen konnten, weil wir unsere finanziellen Möglichkeiten kaum für ein Jahr, geschweige für

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