Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 155)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sokolow 17 Leben gerufen. Die Idee des jüdischen Nationalfonds geht jedoch bis auf den I. Kongress zurück (Tagesordnung Nr.3 B), als die Hauptinstitutionen, Schekel, Zionistische Exekutive und das Hauptorgan des Zionismus, der Kongress selbst, eingerichtet wurden. Auch der Gedanke des Jewish Colonial Trust ist so alt wie der I. Kongress. Auf dem II. Kongress wurde eine „Versuchssubskription" für den Jewish Colonial Trust veranstaltet, deren Resultat sehr ermutigend war. Seiner Schöpfung und ersten Entwicklung widmete Herzl seine besten Energien. Die feindliche Kritik, auf die er in dieser Richtung gestossen war, vermochte ihn nicht zu hindern, und er beschloss, trotz aller Schwierigkeiten vorwärts zu gehen. Jede Stufe, die der J. C. T. auf seinem Wege erklomm, erfüllte sein Herz mit Freude. Er war hauptsächlich tätig bei der Errichtung der Anglo-Palestine Company in Palästina. Der jüdische Demokrat und Arbeiter. Diejenigen, die den Fortschritt des Zionismus verfolgt haben, verkannten selten, auch wenn sie in ihrem Gewissen nicht imstande waren, seine Grundprinzipien zu akzeptieren, das Gute, das in" der Bewegung selbst liegt. Viele von ihnen gaben zu, dass der Ruf zu Unabhängigkeit und Nationalbewusstsein, auch wenn es nur eine Vision, ein Traum sei, von dem die zerbrochene und untätige jüdische Masse zu einem helleren, volleren und höheren Leben erwachen könnte, von überwältigendem Wert war. Niemand verstand besser als Herzl, dass der Zionismus notwendigerweise zu einer ungeheuren Stärkung des jüdischen geistigen Bewusstseins führen müsse, zur brennenden Ueberzeugung von der grossen Rolle, die es in der Welt zu spielen habe, einem grossen Ziel zu dienen und einem Ziel, dem besser von einem jüdischen Lande auf biblischer Erde her gedient werden könne, als von irgend einem andern Punkte aus. Obwohl wenig vertraut mit Hebräisch und noch weniger geneigt, sich mit unseren tieferen, manchmal wichtigen und manchmal zu subtilen und schon mehr sophistischen Kulturproblemen zu befassen, hatte er doch seine klare Linie in diesen Dingen und er liebte es, sich an diese zu halten. Sein Hauptgedanke war, dass der Zionismus von unserer alten Lehre nichts Wertvolles beseitigt, wohl aber statt dessen sie in einem tieferen Sinn menschlicher Realität erweitert und belebt, indem er sie zum beherrschenden Einfluss im Leben und in unseren religiösen Bestrebungen macht. Ich möchte nicht, dass Sie dies dahin verstehen, als habe Herzl geglaubt, es gebe keinen Unterschied zwischen Zionismus und sonstigen jüdischen