Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 153)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sokolow 15 wand, die nur mit Anstrengung niedergebrochen werden konnte. Er predigte sein Evangelium einigen wenigen Freunden leidenschaftlich und enthusiastisch, als ob er durch die Stärke der Versicherung die Erfüllung noch sicherer gewährleisten könnte. Aber der endgültige Friede, die wirkliche Sicherheit mieden ihn. Er war prometheisch. Der historische Herzl beginnt mit Palästina als d e m Land und mit dem ersten Kongress. Bis dahin war der politische Zionismus eine Theorie; er existierte nur in Broschüren, in der Phantasie der Führer und im Herzen der Anhänger. Erst der Kongress gab ihm konkreten Ausdruck und Formen. Herzl wurde von dem Augenblick an, da er in Kontakt mit dem Volke trat, als Führer anerkannt, und vom ersten Tage des Zionistenkongresses an hat seine Lehre der grundlegenden Idee immer wieder die Geister erleuchtet und die Herzen des Volkes erwärmt. Seine Grundidee war, die jüdische Nation auf die Grundlage gleicher Würde mit allen anderen Nationen zu stellen. In diesem Geiste trat er an seine Aufgabe heran: „Oeffentlich rechtlich gesicherter Charakter" etc. waren für ihn wichtige, unentbehrliche Bedingungen für die Entwicklung. Er lehrte uns, dass man nichts mit der Behauptung gewinnen könne, die Schwierigkeiten seien klein. Aber er betonte auch, dass wir noch schlechter fahren würden, wenn wir sie grösser sähen, als sie sind; und dass wir in Gefahr seien, uns durch Probleme entmutigen zu lassen, welche uns nicht zu schrecken brauchten, wenn wir sie nur in ihren richtigen Umrissen sehen würden, weder durch ein Vergrösserungsnoch durch ein Verkleinerungsglas. Wenn die Gegner uns erklärten — wie oft haben wir das gehört! —, dass, die Prinzipien des theoretischen Zionismus zugestanden, die praktischen Schwierigkeiten sehr grosse seien, so hatte Herzl für sie sein typisches wohlwollendes Lächeln. Bei einer gewissen Gelegenheit — auf einer Sitzung der Israelitischen Allianz in Wien 1899 — sagte er: „Bevor die praktischen Schwierigkeiten reif zur Betrachtung sind, haben wir zunächst zu entscheiden, ob wir durch Akzeptierung oder durch Ablehnung des Zionismus dazu aufgefordert werden, uns mii diesen Schwierigkeiten zu beschäftigen. Lehnen wir unser Ideal ab, so können die Schwierigkeiten ignoriert werden. Erkennen wir es aber an, so dürfen die Schwierigkeiten uns den Weg nicht versperren. Sind Sie Idealisten auf Bedingungen?*'