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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 14

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 14 (sequence 152)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476286--7164-3483312
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14 I. KONGRESS-SITZUNG: Gedenkrede für Theodor Herzl Zur Verwirklichung dieser Vision waren die Talente mancher Mitarbeiter erforderlich. Nicht nur die Organisatoren des Kongresses, unter denen der Intellekt Max Nordaus und die hingebungsvolle Energie David WolfFsohns den Löwenanteil hatten, sondern auch die Gründer der Institutionen, der Landesverbände, der Gesellschaften und andere, nicht zu sprechen von unseren Pioniersiedlern in Erez Israel, denen damals und immer das grösste Verdienst zukommt, waren für Herzls Triumph unentbehrlich. Er aber hielt standhaft in seinem Geiste die gleiche Vision fest, die ihm vorschwebte. Die einzelne Leistung seiner Helfer würde zukünftigen Generationen nichts von der Grossartigkeit des gesamten Unternehmens sagen. Nur ein Historiker, dessen Einbildungskraft stark genug ist, um die Grösse des Ganzen in jeder einzelnen Episode zu erkennen, würde imstande sein, die Pulse einer Generation heftiger schlagen zu lassen, für die der Aufbau der Zionistischen Organisation eine alte Geschichte ist und bald eine alte Legende werden wird. Herzl als Lehrer. Herzl sah, dass die Judenfrage keine religiöse Frage mehr sei; sein gesunder Verstand war zu gross, als dass er ihm erlaubt hätte, sie nur für eine Rassenfrage zu halten; er fühlte, dass sie im Mangel eines eigenen Landes bestand. Seitdem er verstanden hatte, dass die Zionsliebe ein Ideal ist, das das Judentum nicht verlieren kann, ohne sich selbst zu verlieren, wurde er ein Palästinazionist. Auch der prähistorische, der Vorkongress- Herzl steht vor uns mit einem Anrecht auf Unsterblichkeit, der Herzl des Judenstaates, Herzl in Paris 1895/96. Seine Erhebung glich einem Ausbruch von Atemlosigkeit, Bestürzung und einem blendendem Glanz. Er hatte das Problem vereinfacht und war entschlossen, niemandem zu gestatten, die klare Linie seiner Lösung zu zerstören. Sein Feuer, seine unerbittlich exakte Logik waren aufmunternd, quälend und doch besänftigend. Er fand die Erlösung von der Last und dem Mysterium 'der unverständlichen jüdischen Tragödie. Aber er hatte noch nicht den Frieden gefunden, er war noch nicht frei. Bald würde die alte Ruhelosigkeit wieder erscheinen. Er glaubte endlich eine natürliche Lösung der Judenfrage gefunden zu haben. Er war ein liebenswürdiger Mann, und obwohl er tausende Menschen kannte und scharf beobachtete, kann man nur schwer sechs oder sieben Menschen nennen, die in dieser Periode als seine intimen Freunde bezeichnet werden konnten. Mit seinem hohen Selbstbewustsein, seiner starken und edlen Leidenschaft baute er um sich eine Scheide-

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