Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 481 (sequence 523)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3476254-3476284--6966-3483113- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Suprasky, Sokolow Präsident des Kongresses Nahum Sokolow (deutsch): Hoher Kongreß! Wir sind nunmehr am Ende unserer langen und schwierigen Verhandlungen angelangt. Erlauben Sie, daß ich, bevor wir voneinander scheiden, noch einige Namen erwähne, welche bei diesem Jubiläumskongreß nicht vergessen werden dürfen. II. Vorschlag zur Schaffung eines chemischtechnischen Untersuchungslaboratoriums zum Zwecke der Erforschung der Naturschätze des Toten Meeres und seiner Umgebung. Für den Aufbau Palästinas ist neben Landwirtschaft die Ausnutzung der im Lande und in seiner nächsten Umgebung vorhandenen Rohstoffe und Naturschätze von größter Bedeutung. Es ist allgemein die Meinung verbreifet, daß in Palästina kaum Rohstoffe vorhanden sind, und die Möglichkeit einer industriellen Entwicklung des Landes wird deshalb sehr pessimistisch beurteilt. Dem ist aber nicht so. Es sind in Palästina und Transjordanien verschiedene Naturschätze vorhanden, deren Bedeutung bis jetzt verkannt wurde. In der letzten Zeit ist allerdings die Frage der Ausnutzung der Salze des Toten Meeres, insbesondere des Kali, auch in der breiten Oeifentlichkeit viel diskutiert worden. Aber auch die Bedeutung dieses einzigartigen Naturschatzes für die Entwicklung Palästinas ist bei Weitem nicht in vollem Umfange anerkannt worden; die Ausbeutung der Salze des Toten Meeres kann nämlich in Verbindung mit anderen in der Nähe befindlichen Rohstoffen die Grundlage werden für die Entwicklung einer chemischen, hauptsächlich einer anorganischen Großindustrie. Von zionistischer Seite ist in dieser Beziehung kaum etwas geschehen, die Privat-Initiative wird aber bei der jetzigen Lage in Palästina kaum in dieser Beziehung einsetzen. Es sind vorbereitende chemische Studien erforderlich, um den Weg für die Industrie zu ebnen. Es wird deshalb vorgeschlagen, eine chemisch-technische Forschungsstätte zu schaffen, die die vorhandenen Rohstoffe chemisch untersuchen und verschiedene Verwendungsmöglichkeiten feststellen wird. Es ist zu diesem Zwecke ein chemisch-technisches Untersuchungs-Laboratorium einzurichten und einem erprobten Chemiker die Leitung zu übertragen. Die Einzelheiten sowie die Rechte und Pflichten der Zionistischen Exekutive und des Leiters müssen vorerst genau festgesetzt werden. Mit Rücksicht auf die besondere Bedeutung eines solchen chemisch-technischen Forschungsinstitutes für den Aufbau von Erez Israel ist zu erwarten, daß die Zionistische Exekutive in Palästina so bald wie möglich an die Verwirklichung herantreten wird. 31 481