Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 419 (sequence 461)
- Language
- German, English, Hebrew
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Zuchowiecki, Schmorak Womit sollen wir nun nach Erez Israel zurückkehren? Ich rede hier im Namen der Soldaten, die an der vordersten Front stehen, die heute hungern und um ihr Leben kämpfen. Wir werden die Front nicht verlassen, auch wenn wir sterben sollten. Aber haben Sie sich Bechenschaft davon gegeben, welche Antwort wir unseren Leuten in Erez Israel bringen sollen? Der ganze Jischuw in Erez Israel ruft jetzt nach Hilfe. Bedenken Sie, wir hatten noch niemals ein solches Aktivum, wie es unsere Landwirtschaft ist, wir haben 30.000 Menschen im Dorf, wir haben Häuser, wir haben ein Vermögen; aber unseren Soldaten, unseren landwirtschaftlichen Pionieren muß geholfen werden. Der Schrei, den ich hier ausstoße, ist der Schrei des ganzen Jischuw. Ich sage Euch: Ihr habt Eure Pflicht nicht erfüllt, die erforderliche Anstrengung war nicht zu sehen. Noch ist es nicht zu spät, den Jischuw von Erez Israel zu retten! (Lebhafter Beifall.) Dr. Emil Schmorak (A. C, Ostgalizien, Berichterstatter der Kolonisationskommission — deutsch): Hoher Kongreß, meine Damen und Herren! Die Kommission für landwirtschaftliche Siedlungsfragen, in deren Namen ich die Ehre habe, den Bericht zu erstatten sowie mehrere Eesolutionsanträge dem Kongreß zur Annahme zu empfehlen, hat den Gesamtkomplex unserer Kolonisationspolitik in einer Eeihe von Sitzungen einer gründlichen Beratung unterzogen. Insbesondere wurde die Tätigkeit des Kolonisations-Departements sehr lebhaft diskutiert und kritisiert. Es sind auch Experten in manchen Fragen zu Worte gekommen. Im allgemeinen läßt sich eine gute Entwicklung unserer Siedlungen feststellen. Der wachsende Ertrag der gemischten Wirtschaft — Getreidebau, verbunden mit Milchwirtschaft, Geflügel- und Gemüsezucht und Futterbau — eröffnet für die Zukunft unserer Landwirtschaft neue und gute Ausblicke. Es unterliegt keinem Zweifel, daß es volkswirtschaftlich für uns von großer Bedeutung wäre, wenn wir auf dem Gebiete der Landwirtschaft durch Vielseitigkeit landwirtschaftlicher Produktion eine Art von Autarkie erreichen könnten. In dieser Eichtling ist die Entwicklung der Dinge sehr verheißungsvoll. Die Pflanzunswirtschaft, insbesondere die Orangenpflanzung, nimmt aber nach wie vor den ersten Platz in unserer landwirtschaftlichen Produktion ein, und die gute Konjunktur der letzten Jahre hat eine bedeutende Ausdeh- 27* 419