Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 379 (sequence 421)
- Language
- German, English, Hebrew
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R. Barth, F. Rosenblüth Felix Rosenblüth (Mitglied der Exekutive — deutsch): Geehrter Kongreß! Ich fürchte, daß ich Sie ebensowenig darüber hinwegtäuschen kann, daß ich in einein Zustande großer Erschöpfung spreche wie daß ich vor einem leeren Saale stehe. Trotzdem will ich einige Bemerkungen zum Referate des Vertreters der Organisationskommission machen und auch einige andere Bemerkungen, die mir am Herzen liegen. Herr Dr. Barth hat bereits darauf hingewiesen, daß es Aufgabe des Vertreters der Exekutive ist, über eine grundsätzliche Frage zu sprechen, die in den ihnen vorliegenden Empfehlungen im letzten Teil behandelt ist. Es heißt dort: »Der Kongreß ermächtigt das Aktions-Komitee, eine Kommission zum Studium der Fragen der zionistischen Organisation und Propaganda einzusetzen. Der Kommission bleibt es überlassen, eine Konferenz zur Behandlung dieser Fragen einzuberufen. Gleichzeitig mit deon Arbeiten der Kommission soll eine Enquete über die Fragen der Organisation und Propaganda in weitesten Kreisen der Bewegung stattfinden.« Hoher Kongreß! Ich darf sagen, daß ich zu diesem Kongreß in der Hoffnung gekommen bin, daß ich irgendwo und irgendwann Gelegenheit haben würde, über eben diese Fragen zu sprechen und mich in einem zionistischen Kreise mit ihnen auseinanderzusetzen. Diese Probleme hat schon Dr. Arlosoroff in seiner Rede zur Generaldebatte berührt. Er sagte, was uns not tue, sei der Angriff auf den geistigen Rohstoff des jüdischen Volkes, und er klagte über den Mangel an geistiger Auseinandersetzung mit nichtzionistischen und antizionistischen Kreisen. Dr. Barth hat berichtet, man habe in der Kommission anerkannt, daß der Misrachi jener Teil der Zionistischen Organisation sei, der am stärksten die ideologische Auseinandersetzung mit Nichtzionisten und Antizionisten auch bis in die letzte Zeit hinein geführt hat. Das mag so sein. Aber im allgemeinen muß festgestellt werden, daß der Ideenkampf erlahmt ist. Die Exekutive hat Sie alle im Frühjahr 1926 zu diesem Ideenkampf aufgerufen. Wir sind der Ueberzeugung, 379